Die US-Börsenaufsicht SEC hat eingeräumt, selbst Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Die Cyber-Kriminellen hätten vertrauliche Firmeninformationen gestohlen, die Insiderhandel ermöglichten. Die Attacke ereignete sich bereits im Vorjahr, allerdings sei erst im vergangenen Monat entdeckt worden, dass die Angreifer ihre Beute zu illegalen Finanzmarktaktivitäten nutzen konnten.

Besonders brisant ist der Fall, da der neue SEC-Chef Jay Clayton die Bekämpfung der Cyberkriminalität zu einem seiner Hauptziele erklärt hat. Nun stelle sich die Frage, inwieweit Datendiebstahl übers Internet die Integrität der Märkte beschädigen kann, heißt es in dem Bericht. Das Problem wurde jüngst durch den Fall der US-Wirtschaftsauskunftei Equifax deutlich, die zugeben musste, dass ihr mehr als 143 Millionen Kundendaten gestohlen worden seien.

Millionen von Unternehmensmitteilungen
Bei der SEC knackten die Hacker die wichtige Datenbank "Edgar", in der Millionen von Unternehmensmitteilungen gesammelt werden, darunter potenziell marktbewegende Informationen wie Quartalsberichte und Fusionspläne. Wenn Eingeweihte ihr privilegiertes Wissen zu Börsengeschäften nutzen, machen sie sich strafbar.

Laut der US-Behörde gelang den Angreifern wegen eines Softwarefehlers der Zugang zu nicht öffentlichen Daten. Man sei im Vorjahr auf die Lücke aufmerksam geworden und habe diese umgehend geschlossen. Die Attacke dürfte weder die Arbeit der SEC gefährden noch ein Risiko für das Finanzsystem darstellen, versicherten die Wall-Street-Aufseher. Pikant ist zudem, dass ein Kongressgremium der SEC erst im Juli ein "unnötiges Risiko" durch Schwächen in den Informationssystemen bescheinigte. (mb)