Europa hui, Nordamerika pfui: So lässt sich die jüngste Mittelzu- und -abfluss-Statistik des Fondsdatenbankanbieters Mountain View mit wenigen Worten zusammenfassen. Während die Fondskategorien Aktienfonds Europa und Euroland neben Emerging Markets im Juni die stärksten Mittelzukommen verzeichneten, zogen Anleger ihre Gelder aus Aktienfonds, die jenseits des Atlantik investiert sind, in den vergangenen fünf Monaten kontinuierlich ab.


Wie sich ausgewählte Assetklassen in den vergangenen sechs Monaten entwickelt haben, hat die Redaktion anhand von interaktiven Grafiken in der Bildergalerie oben aufbereitet!


Dass dem alten Kontinent endlich die Trendwende gelingen könnte, glaubt etwa Robert Lind, Volkswirt bei der US-amerikanischen Investmentgesellschaft Capital Group: "Dank der nachlassenden politischen Unsicherheit in Europa können sich Investoren jetzt wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die Fundamentaldaten. Die Gewinne der Euroraum-Unternehmen steigen aufgrund der besseren Konjunktur wieder deutlich stärker. Nach einer längeren Zeit der Mindererträge können Euroraum-Aktien jetzt aufholen."

In den USA dürften neben den Negativ-Schlagzeilen rund um den Präsidenten Donald Trump auch hohe Unternehmens-Bewertungen die Finanzakteure verunsichern. So warnten etwa auf dem Amundi World Investment Forum in Paris gleich zwei prominente Volkswirte vor wahrscheinlichen Rückschlägen an der Wall Street. Harvard-Ökonom Martin Feldstein betonte, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis am US-Aktienmarkt inzwischen 70 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Und auch Ökonom Robert Gordon bezeichnete den Aktienmarkt als heillos überbewertet. (cf)