Der US-amerikanische Hedgefonds-Manager Robert Mercer und seine Firma Renaissance Technologies haben mit einer spektakulären Wette gegen den deutschen Leitindex Dax viel Geld in den Sand gesetzt. Im vergangenen Sommer setzte der Hedgefonds rund 200 Millionen Euro darauf, dass der Kurs dreier Dax-Titel sinken würde, berichtet die "Wirtschaftswoche". Konkret ging es um die Aktien von Lufthansa, Commerzbank und Infineon. Die Kurse der drei Titel waren zuvor kräftig gestiegen.

Renaissance Technologies hat seit Mitte Juli 2017 allein Infineon-Papiere im Wert von 110 Millionen Euro leerverkauft. Dumm nur: Der Aktienkurs des Halbleiterherstellers ist seitdem kräftig gestiegen. Auch mit den Lufthansa-Leerverkäufen im Wert von rund 50 Millionen Euro holte sich der Hedgefonds-Manager bislang nicht viel mehr als eine blutige Nase. Statt abzustürzen führte der Titel im vergangenen Jahr die Liste der am besten gelaufenen Dax-Werte an. Bei der Commerzbank-Aktie ging es ebenfalls aufwärts.

Vizechef nimmt seinen Hut
Mercer muss sich mit den Verlusten aus der Dax-Wette nicht mehr herumschlagen. Er hat seinen Posten als Co-CEO von Renaissance Technologies zu Beginn des laufenden Jahres aufgegeben. Nun hat er theoretisch Zeit, dem Pokerspiel zu frönen oder sich auf seine politische Agenda zu konzentrieren. Im vergangenen Jahr hatte ein damaliger Manager-Kollege Mercer wegen seines Einsatzes für Donald Trump angegriffen. Mit dem Ergebnis, dass Mercer ihn unverzüglich vor die Tür setzte. (fp)