Im Jahresverlauf 2017 sind die Bewertungen europäischer Hochzinsanleihen immer weiter gestiegen und haben die Renditen auf Rekordtiefs gedrückt. Auch die Spreads kamen unter Druck. "Viele Anleger haben ihre Portfolios daher verständlicherweise vorsichtiger positioniert", sagt Thomas Hanson, High-Yield-Fondsmanager bei Janus Henderson Investors. Fundamental betrachtet seien die Aussichten für europäische Hochzinsanleihen aber immer noch günstig.

In Europa paart sich ein moderates, aber stabiles Wirtschaftswachstum mit einer niedrigen Inflation. Die Fundamentaldaten europäischer Unternehmen sind solide, ihre Schulden gering. "Entsprechend niedrig sind die Ausfallraten, was die Bewertungen europäischer Hochzinsanleihen stützt", sagt Hanson. Attraktive Sektoren oder Länder nennt er nicht – der Hochzinsmarkt sei ein Segment für Stockpicker. Diese können nach Hansons Einschätzung aber im kommenden Jahr interessante Papiere finden.

Blindes Umschichten ist selten gut
Als größtes Risiko nennt der Fondsmanager die insgesamt hohen Bewertungen, die kaum Spielraum für Fehler lassen. Sorgen bereitet ihm vor allem der stark geschrumpfte Spread zwischen Anleihen mit "B"- und "BB"-Rating. "Bei der Suche nach höheren Renditen schichten Anleger mitunter wahllos in Titel mit schwächerer Kreditqualität um, was Fehlbewertungen in den unteren Ratingsegmenten zur Folge hat", sagt Hanson. Diese Entwicklung könnte sich im kommenden Jahr fortsetzen. (fp)