Die USA bleiben das Zugpferd der Weltwirtschaft, sagt Christian Heger, Chefanlagestratege von HSBC Global Asset Management in Deutschland. Während erste Staaten wie die Türkei und Argentinien in die Rezession abrutschen, herrscht in den Vereinigten Staaten weiterhin Hochstimmung. "Der durch die Steuersenkungen ausgelöste Fiskalimpuls entfaltet aktuell seine volle Wirkung", erklärt Heger.

Die Konsumentenstimmung in den USA befindet sich auf dem höchsten Stand seit Oktober 2000. Die Wachstumsprognosen für die Vereinigten Staaten für das laufende Jahr wurden zuletzt auf gut drei Prozent angehoben. Insgesamt ist es vor allem den USA zu verdanken, dass sich die globale Konjunktur nach wie vor stabil zeigt, betont Heger.

Aktien neutral gewichten
Für Rentenanleger wird das Umfeld trotzdem schlechter – oder vielmehr gerade deshalb. Die boomende Konjunktur in den USA lässt nämlich, gemeinsam mit der anziehenden Inflationsrate, noch mindestens vier Zinserhöhungen bis Ende kommenden Jahres erwarten. "Zusammen mit den rückläufigen Käufen der Notenbanken wird sich das Liquiditätsumfeld in den nächsten Monaten weiter eintrüben", prognostiziert der HSBC-AM-Experte.

Für generelle Abschwung-Ängste ist es noch zu früh. "Selbst das reduzierte globale Wachstum reicht für steigende Unternehmensgewinne", sagt Heger. Der Zinsanstieg ist zu schwach, um den Aktienmarkt ernsthaft unter Druck zu setzen. Zudem ist von einer Phase der Euphorie, die einer Trendwende oft vorausgeht, bislang nichts zu sehen. Hegers Rat: Anleger sollten Aktien zwar nicht übergewichten. Für eine neutrale Positionierung gibt es aber gute Argumente. (fp)