Der Boom am deutschen Immobilienmarkt lockt vermehrt Kriminielle an, berichtet die Presseagentur dpa. Vor allem Geldwäsche ist ein Problem, heißt es in einer Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland demnach 563 Verfahren zur organisierten Kriminalität erfasst. Bei sieben Prozent davon ging es um Geldwäsche per Immobilieninvestitionen. Die Täter waren in rund der Hälfte der Fälle russische oder italienische Gruppen.

Zuletzt gab es zunehmend Hinweise darauf, dass russische Oligarchen, die auf der EU-Sanktionsliste stehen, über Strohmänner in deutsche Immobilien investieren. Ein weiterer Akteur auf dem Markt ist offenbar die italienische Mafia: Mutmaßliche Mitglieder der 'Ndrangheta haben nach Erkenntnissen des Bundesbauministeriums unter anderem in die Gastronomie und Hotellerie in Deutschland investiert.

Grüne fordern zentrales Immobilienregister
Im Jahr 2016 wurden im Immobilienbereich Vermögenswerte in Höhe von 61 Millionen Euro durch den Staat vorläufig gesichert, weil sie bei verdächtigen Aktivitäten zum Einsatz kamen. Hinzu kommt vermutlich eine hohe Dunkelziffer.

Der Immobiliensektor ist bei Geldwäschern beliebt, weil sie dort auf einen Schlag hohe Bargeldsummen in stabile Werte umwandeln können. Um das Geldwäsche-Problem unter Kontrolle zu bekommen, fordern die Grünen ein zentrales, öffentliches Immobilienregister. Bislang liegt die Aufsicht im Zuständigkeitsbereich der Länder. (fp)