Die neue EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II bringt offenbar nicht nur organisatorische und dokumentarische Mehrarbeit, sondern – wie gewünscht – Licht ins Dunkel des ETF-Handels, meldet der Vermögensverwalter Blackrock. Demnach lag das sichtbare Handelsvolumen bei iShares-UCITS-ETFs, die in Europa aufgelegt sind, im Januar und Februar 2018 bei durchschnittlich 85 Milliarden US-Dollar pro Monat. iShares ist die ETF-Sparte von Blackrock. "Vor Mifid II waren Reportings im ETF-Handel keine Pflicht. Insofern waren die Erwartungen hoch, dass die Regulierung ein großer Schritt vorwärts sein würde", sagt Stephen Cohen, Leiter iShares in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei Blackrock. 

Die Summe bedeutet fast das Dreifache des Mittelwertes für den entsprechenden Zeitraum 2017, als im Monatsdurchschnitt 31 Milliarden US-Dollar zu Buche standen, erklärt Blackrock. Allein im Februar seien in den entsprechenden iShares-ETFs 88 Milliarden Dollar sichtbar gehandelt worden – ein Anstieg von neun Prozent gegenüber Januar 2018 und von 198 Prozent gegenüber Februar 2017. 

Sichtbarkeit ist wichtig
Für Investoren ist die umfassendere Sichtbarkeit des Handelsvolumens in mehrerlei Hinsicht wichtig, sagt Cohen: "Für Asset-Allokatoren ist es ein nützliches Fenster, um in Echtzeit zu sehen, wohin das Geld im Laufe eines Handelstages fließt. Anderen bieten sichtbare Kapitalflüsse das gute Gefühl zu wissen, dass die Produkte, in die sie investieren wollen, über genügend Liquidität verfügen." Die erhöhte Sichtbarkeit von Handelsvolumina seit Inkrafttreten von Mifid II habe die Erwartungen an die Finanzmarktrichtlinie gewiss erfüllt. (fp)