Im kommenden Jahr werden die Zentralbanken die Schlagzeilen der Wirtschaftspresse beherrschen, prophezeit Ariel Bezalel, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management. Ein wichtiges Thema ist die Bilanzverkleinerung der US-Notenbank Fed. Deren Auswirkungen lassen sich bislang kaum vorhersagen. "Wir gehen davon aus, dass wir es mit Deflation zu tun bekommen werden, mitsamt negativen Folgen für die Wirtschaft", sagt Bezalel. "Risikoaktiva, die von der quantitativen Lockerung profitiert haben, dürften ebenfalls betroffen sein."

Die kommenden zwölf Monate dürften wegen geldpolitischer Straffungen für Anleger ungemütlicher werden, sagt der Jupiter-Experte. Vor diesem Hintergrund hat er in seinem Fonds die Qualität des Portfolios erhöht und die Gewichtung von High-Yield-Bonds sowie das Beta reduziert. Diese vorsichtige und selektive Portfolio-Ausrichtung will er zunächst beibehalten. "Letztlich werden sich aber die langfristigen Fundamentaldaten durchsetzen", ist Bezalel überzeugt.

Zinsen bleiben niedrig
Eine alternde Bevölkerung, die weltweite Überschuldung und die Veränderungen durch neue Technologien werden die Zinsen auf längere Zeit niedrig halten, sagt Bezalel. "Dieses Umfeld macht qualitativ hochwertige Staatsanleihen zur attraktiven Anlageklasse." Der Fondsmanager wird allerdings auch in Schwellenländern fündig. So findet er etwa etwa indische Staats- und Unternehmensanleihen spannend. "Trotz kurzfristiger Währungsschwäche ist die langfristige wirtschaftliche und politische Lage in Indien günstig und bietet Renditechancen", sagt er. (fp)