Der Ölpreis ist inzwischen weit von historischen Höchstständen entfernt. Statt auf einem Niveau von 100 US-Dollar wie noch vor wenigen Jahren pendelte der Preis für ein Fass der Öl-Sorte Brent zuletzt auf einem Niveau von nur noch 50 bis 60 US-Dollar. Für diesen Preisverfall gibt es gute strukturelle Gründe, sagt Stephen Jones, Chief Investment Officer des britischen Vermögensverwalters Kames Capital.

So habe sich das Angebot durch die Fortschritte in der Schieferölförderung, die die USA in den vergangenen Jahren zum größten Ölproduzenten der Welt gemacht hatte, deutlich erhöht. Der Preis hat sich daraufhin mehr als halbiert.

Gleichzeitig halte die Öl-Nachfrage nicht mit dem steigenden Angebot Schritt, sagt Jones. Die weltweite Nachfrage liegt nach Angaben von Thomson Reuters derzeit bei 97,89 Millionen Barrel pro Tag, das Angebot bei 98,29 Millionen Barrel.

Energiesparen senkt die Nachfrage
In den vergangenen Jahre habe sich das Umfeld für Öl sowohl auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite dramatisch gewandelt, sagt Jones: "Wir leben in einer Welt, in der die aus Öl gewonnene Energie deutlich bewusster genutzt und nach Möglichkeit durch andere Energiequellen ersetzt wird." Zugleich seien die Förderkosten dank neuer nichtkonventioneller Erdölvorkommen und erheblicher technischer Fortschritte gesunken: "Daher wird der Preis niedriger bleiben als die meisten vermuten." (fp)