Angesichts der aktuellen Situation in Italien kam die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), ihr Anleihekaufprogramm enden zu lassen, mehr oder weniger überraschend. Das erklärt der Fondsanbieter Legal & General Investment (LGIM). Die EZB hatte bei ihrer Zinssitzung in Riga das Ende ihrer umstrittenen Anleihekäufe per Ende Dezember beschlossen. 

"Italien sieht sich gerade erneut mit Finanzmarktturbulenzen konfrontiert, und Mario Draghi hätte sein berühmtes Versprechen, alles zu tun, was nötig ist, um den Euroraum zusammenzuhalten, wiederholen können", sagt Hetal Mehta, Senior European Economist Allocation bei LGIM. Die Lage in Italien erinnere an den Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise im Jahr 2011. Anleger hatten bereits bezweifelt, dass die EZB ihr Anleiheprogramm angesichts dessen bald beenden könnte.

EZB-Entscheidung ist trotzdem sinnvoll
Dank der verbesserten Konjunktur und einer deutlich angestiegenen Inflation im Euroraum erscheint der geplante Stopp der Anleihekäufe nach Ansicht von Mehta trotz der Unsicherheit in Italien sinnvoll: "Zwar hält die EZB den Leitzins vorerst bei 0,0 Prozent, aber es zeichnet sich dennoch eine Normalisierung der Geldpolitik im europäischen Währungsraum ab", so die Ökonomin. (fp)