Jeffrey Gundlach managt einen der größten Bond-Fonds in den USA. Nun hat sich der Großinvestor und Gründer von Doubleline Capital mit mit dem Wall Street Journal (WSJ) angelegt, weil das Magazin über massive Mittelabflüsse aus seinem Flaggschiff-Portfolio, dem Total Return Bond Fund, berichtet.

Per Twitter schimpfte Gundlach über den Bericht: "Ich bin einigermaßen überrascht, dass das WSJ eine derart dünne, unlogische, miserabel verfasste und – nicht, dass es irgendeine Bedeutung hätte – obendrein komplett unwahre Story veröffentlicht. Macht nur weiter so!". Gundlach stört sich unter anderem an anekdotischen Erzählungen über Investoren, die Geld aus dem Fonds abgezogen hatten und der Behauptung, er habe führenden Mitarbeitern wegen anhaltender Erfolglosigkeit die Jahresboni gestrichen. "Echt jetzt? Trotz rekordhoher Vermögensbestände? So ein Schwachsinn!", lautet ein anderer seiner Wut-Tweets.

Die Zahlen an sich, die der Artikel nennt, stellt Gundlach allerdings nicht infrage: Nach Höchstständen von 61,7 Milliarden US-Dollar im vergangenen September schmolz das Volumen des Fonds demnach infolge von Mittelabflüssen in den vergangenen neun Monaten um rund 13 Prozent auf 53,6 Milliarden US-Dollar Ende Juli ab. In der gleichen Zeit hätten vergleichbare Fonds hingegen Nettozuflüsse von 7,2 Prozent verbucht, so der Artikel.

Sinkende Outperformance
Das WSJ führt den Mittelabfluss auf die sinkende Outperformance des Fonds zurück. Während das Portfolio auf Sicht von drei und fünf Jahren 90 Prozent seiner Konkurrenten schlagen konnte, waren es laut Daten von Morningstar im laufenden Jahr nur noch 59 Prozent. 

Es ist nicht das erste Mal, dass der Großinvestor sich mit den Medien anlegt, seit er seinen Twitter-Account im Frühjahr gestartet hat. Dieses Mal hatte er bereits vor der Veröffentlichung Wind von der Geschichte bekommen und im Vorfeld versucht, die Glaubwürdigkeit des Artikels zu untergraben. (fp)