Wer sich täglich die Aktienkurse anschaut, dem kann mitunter schwindelig werden. Auf kurze Sicht ist der Aktienmarkt sehr schwankungsanfällig. Ein Beispiel: Über einen Zeitraum von zwölf Monaten erzielte der deutsche Leitindex Dax seit Anfang 1969 im besten Fall ein Plus von rund 80 Prozent – im schlechtesten Fall stand ein Verlust von rund 60 Prozent zu Buche. "Die in kürzeren Zeiträumen große Schwankungsbreite der Aktienkurse beruht maßgeblich auf zwei Faktoren: Auf der großen Schwankungsbreite der Unternehmensgewinne und auf der Stimmung der Finanzmarktakteure", erklärt Edgar Walk, Chefvolkswirt von Metzler Asset Management.

Über längere Zeit hinweg zeigt sich allerdings, dass die Aktienkurse den Unternehmensgewinnen folgen. Die Stimmung der Anleger spielt dann kaum noch eine Rolle. So erzielte ein Dax-Anleger in der Vergangenheit bei einem Anlagehorizont von 15 Jahren sogar dann ein Ergebnis von 1,8 Prozent pro Jahr, wenn er den ungünstigsten Einstiegszeitpunkt seit 1969 gewählt hatte. Der beste Einstiegszeitpunkt hätte dem Anleger ein Plus von rund 15 Prozent pro Jahr über einen Zeitraum von 15 Jahren beschert. "Je länger der Anlagehorizont, desto stetiger das Anlageergebnis", resümmiert Walk.

Aktien schlagen Anleihen deutlich
Deutsche Aktien haben seit 1969 eine Rendite von durchschnittlich acht Prozent pro Jahr gebracht. Damit entwickelten sie sich deutlich besser als Staatsanleihen oder Festgeldanlagen. Bei US-Titeln sieht es ähnlich aus: Sie brachten über einen Zeitraum von 210 Jahren durchschnittlich etwa drei Prozent mehr Rendite pro Jahr als Anleihen und etwa vier Prozent mehr als Geldmarkt- beziehungsweise Festgeldanlagen. "Aktien sind daher ein unverzichtbarer Anlagebestandteil eines jeden Portfolios", sagt der Metzler-Ökonom.

Anleger sollten das Gewicht von Aktien im Portfolio an ihre Risikopräferenzen anpassen. Und sie sollten bestenfalls kein Market-Timing versuchen: Der Einstiegszeitpunkt spielt schließlich eine immer geringere Rolle, je länger der Anlagehorizont ist. Ein Blick auf die Ertragsperspektiven von europäischen Aktien zeigt, dass es mittelfristig gute Chancen gibt, mit den Papieren einen realen Ertrag von rund 5,7 Prozent pro Jahr zu erwirtschaften. (fp)