Unerwartet starke Regenfälle haben das gesamte Vermögen des norwegischen Börsenmaklers Einar Aas fortgespült. Er hatte laut Medienberichten alles darauf gesetzt, dass sich die Strompreise in den skandinavischen Staaten und Deutschland allmählich angleichen. Starke Regenfälle jedoch füllten aber die Stauseen der Wasserkraftwerke wieder auf. Als Folge fielen die Strompreise in Skandinavien, während gleichzeitig der gestiegene Kohlepreis in Deutschland die dortigen Energiepreise in die Höhe trieb.

Der Abstand zwischen den Strompreisen in Skandinavien und Deutschland ist damit nicht nur größer geworden. Er ist derzeit sogar so hoch wie nie zuvor. Laut "Financial Times" liegt er um ein 17-faches über dem Normalwert – für Börsenmakler Aas ein finanzieller Supergau. Wie viel Geld genau der Norweger verzockt hat, ist noch nicht klar. Laut norwegischen Presseberichten handelt es sich jedoch um den größten Verlust, den eine Privatperson jemals in dem Land gemacht hat.

Starkregen hatte auch Folgen für Anleger
Aas, der in den vergangenen Jahren mehrfach die Liste der reichsten Norweger angeführt hatte, erklärte sich für zahlungsunfähig. Sein Privatvermögen lag im Jahr 2016 Schätzungen zufolge bei 226 Millionen Euro. Der Börsenmakler ist nicht der einzige, der aufgrund der unvorhergesehenen Regenfälle in Skandinavien viel Geld verloren hat: Die Fehlspekulation hat auch Folgen für die New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Deren Ausfallfonds verzeichnete einen Verlust in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro. Das entspricht drei Viertel des gesamten Fondsvermögens. (fp)