Der Streit zwischen aktiven und passiven Asset Managern läuft seit Jahren. Analysten von M.M.Warburg glauben ihn nun entschieden zu haben: "Wir haben zwar erheblichen Respekt vor der Effizienz der Märkte und sind davon überzeugt, dass es nicht leicht ist, Märkte zu schlagen. Trotzdem erscheint es uns möglich, die Marktperformance langfristig zu übertreffen", erklären sie. Voraussetzung dafür sei der systematische Einsatz leistungsfähiger Selektionsprozesse.

Die Analysten haben in einer Simulation insgesamt eine Million Aktienportfolios per Zufallsgenerator erzeugt, für europäische und US-amerikanische Aktien. Dabei wurden stets Aktien gekauft, die tatsächlich in einem Index enthalten waren. "Im Ergebnis zeigte sich zu unserer Überraschung, dass die Mehrheit der zufällig konstruierten Portfolios eine leicht bessere Wertentwicklung aufwies als der Index", heißt es von der Privatbank.

Knackpunkt Kosten
Die bessere Wertentwicklung ging zwar mit einer etwas höheren Volatilität einher. Die dürften aktive Investoren aber gern in Kauf nehmen. Zumal die Ergebnisse noch besser ausfielen, als die Analysten in einem zweiten Experiment keine Zufallsportfolios nahmen, sondern Portfolios konstruierten, die besonders attraktive Aktien enthielten. "Die Ergebnisse sind so eindeutig, dass die These vom unschlagbaren Markt nicht mehr gehalten werden kann", so die Experten.

Den Markt zu schlagen ist allerdings nicht einfach. Erstens schmälern die Kosten aktiver Fonds den Ertrag für Investoren. Zweitens können Fondsmanager mit Markteinschätzungen danebenliegen. Halten sie sich eng an eine Benchmark, um Abweichungen nach unten zu vermeiden, ist es ihnen nach Kosten wiederum fast unmöglich, den Index zu schlagen. (fp)