In die Dax-Konzerne zu investieren ist im laufenden Jahr bislang kein Vergnügen gewesen, sagen Analysten von M.M.Warburg. Der Dax startete zwar stark ins Jahr 2018 und erreichte Ende Januar sogar einen neuen Rekordstand. Seitdem hat der Index aber deutlich nachgegeben. Aktuell steht seit Jahresbeginn gerechnet ein Minus von rund sieben Prozent zu Buche. Das ist die schlechteste Wertentwicklung seit dem Jahr 2011.

Grund für die durchwachsene Indexentwicklung sind die schlechteren Gewinnprognosen. Zu Jahresbeginn hatten Analysten den Dax-Unternehmen für 2018 noch ein Gewinn-Plus von rund zehn Prozent prophezeit. In den folgenden Monaten sanken die Erwartungen aber kontinuierlich. Mittlerweile rechnen Experten für das laufende Jahr kaum noch mit höheren Gewinnen als im vergangenen Jahr.

Kurserholung in Sicht
Bei M.M.Warburg findet man den Analysten-Konsens zu pessimistisch. Die Experten der Privatbank erwarten für Deutschland im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent, weltweit rechnen sie mit fast vier Prozent Plus. Bei den Unternehmensgewinnen weisen sie darauf hin, dass die schlechteren Prognosen nur das laufende Jahr betreffen: Die Erwartungen für 2019 sind weitgehend stabil.
 
Eine entscheidende Kennzahl für die Dax-Entwicklung sind die rollierenden Gewinnerwartungen der kommenden zwölf Monate. Diese sind zuletzt gestiegen und haben sogar einen neuen Rekordwert erreicht. "Solange Deutschland und die Weltwirtschaft nicht in eine neue Rezession geraten – wofür es derzeit keinerlei Hinweise gibt – sind die derzeitigen Kurse fundamental nicht zu rechtfertigen", konstatieren die Analysten der Privatbank. Sie rechnen deshalb mit einer deutlichen Kurserholung in den kommenden Monaten. (fp)