Nie war gekonntes Portfoliomanagement erfolgsentscheidender als heutzutage. Neben der sorgfältigen Auswahl der Einzelpositionen sollten Investoren auch darauf achten, dass der Kontext stimmt, erklärt die Hamburger Privatbank M.M.Warburg. Bei der Zusammenstellung des Portfolios sollten stets die Kriterien Effizienz, Robustheit und Diversifikation im Vordergrund stehen. Dann seien im Vergleich zu nicht-optimierten Portfolios teils erhebliche Wertsteigerungen drin. "Vielen ist oftmals nicht klar, wie relevant eine hocheffiziente Portfoliostruktur ist – und zwar für das Risiko und die Performance", so die Strategen der Privatbank.

Sie haben die Wertentwicklung zweier Portfolios mit ähnlichem Risikobudget analysiert und verglichen, die sich lediglich im Hinblick auf die jeweilige Struktur unterscheiden. Während das eine Portfolio auf Effizienz und Diversifikation getrimmt wurde, war das Vergleichsportfolio genau das Gegenteil. Das Ergebnis: Im "effizienten" Portfolio lag die Wertentwicklung im betrachteten Zeitraum bei etwa 170 Prozent. Die Performance des anderen Portfolios betrug lediglich 50 Prozent.

Performance bleibt drastisch unter den Möglichkeiten
"Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sind effiziente Strukturen die Voraussetzung dafür, dass überhaupt noch eine attraktive Wertentwicklung erzielt werden kann", lautet der Kommentar der M.M.Warburg-Strategen. Wer als Asset Manager nur darauf fixiert sei, Risikobudgets einzuhalten, könne seine Leistungsversprechen einhalten und trotzdem grandios scheitern: indem er eine Wertentwicklung produziert, die drastisch unter den Möglichkeiten bleibt.

Ein Patentrezept, mit dem sich Performance quasi auf Knopfdruck produzieren ließe, gebe es zwar nicht. "Allerdings gibt es ein Patentrezept, das mit hoher Wahrscheinlichkeit zum langfristigen Scheitern führt: Der Verzicht auf eine effiziente Portfoliodiversifizierung", schlussfolgern die M.M.Warburg-Spezialisten. (fp)