Aktien von Unternehmen aus defensiven Wirtschaftsbereichen gelten als todlangweilig, sie entwickeln sich aber mittel- und langfristig oft besser als der Markt. Das sagt Edgar Göcke, Fondsmanager bei Monega.

Er hält defensive Aktienstrategien langfristig für aussichts- und ertragreicher als Investments in Technologieunternehmen oder Fintechs. "Bei aller Ungewissheit über die Technisierung unserer Zukunft ist eines gewiss: Die Weltbevölkerung wird weiter wachsen, und parallel dazu wird die Nachfrage nach Produkten steigen, die Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken oder medizinische Versorgung decken", erklärt Göcke. 

Es gebe Grundbedürfnisse des Menschen, die immer da sind – unabhängig von Geldpolitik, der Entwicklung an den Rohstoffmärkten oder politischen Ereignissen. "Menschen müssen regelmäßig essen und trinken, sie müssen ihren Haushalt führen und sie brauchen täglich Pflege und Hygiene", so Göcke. Neben der Nahrungsmittel- und Getränkebranche zählten auch Kommunikation, Gesundheit und Versorgung zu den Bereichen, aus denen sich defensive Aktien selektieren lassen.

Defensive Strategien schlagen den Markt
Für Anleger haben defensive Anlagen dem Fondsmanager zufolge einen entscheidenden Vorteil: "Sie zeichnen sich durch vergleichsweise geringe Kurschwankungen aus, was mittel- und langfristig zu Outperformance führen kann." In guten Börsenphasen profitierten auch defensive Investments vom allgemeinen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten. "Da sie zuvor in schlechten Börsenphasen aber weniger verloren haben, starten sie mit einem Vorsprung in den folgenden Kursaufschwung, erreichen schneller neue Höchststände und können auf diese Weise andere Aktienanlagen schlagen", erklärt Göcke. Die vermeintlich langweiligen Aktien seien am Ende also gar nicht so langweilig. (fp)