Das Asset Management ist bislang eine klare Männerdomäne. In den USA, wo es die verlässlichsten Daten gibt, schwankt die Frauenquote seit dem Jahr 1990 zwischen zehn und 15 Prozent, berichtet Morningstar. Dabei täte eine stärkere Frauenpräsenz der Performance insgesamt gut, zeigen Untersuchungen des Fondsratinghauses.

Zwei Morningstar-Expertinnen haben zu Testzwecken gleichgewichtete Fondsportfolios geschaffen, die jeweils von Männern, von Frauen oder von gemischten Teams verwaltet wurden. Ergebnis: Die Frauen hatten in vielen Fällen klar die Nase vorn.

Von Frauen verwaltete Rentenfonds schnitten seit dem Jahr 2003 jährlich um 35 Basispunkte besser ab als die gesamte Fondskategorie. Gemischt geführte Bond-Portfolios brachten 16 Basispunkte mehr als die Peergroup. Hatten nur Männer das Sagen, betrug die Outperformance lediglich acht Basispunkte pro Jahr. Bei Aktienfonds fiel das Ergebnis anders aus: In dieser Kategorie lagen die männlich geleiteten Fonds um 24 Basispunkte pro Jahr vorn. Gemischte Teams erzielten mit einer Underperformance von jährlich neun Basispunkten das schlechteste Ergebnis.

Stärken zeigen sich langfristig
Die Morningstar-Analystinnen haben zudem eine sogenannte Event-Studie vorgenommen, die auf die Erfahrungen der Anleger abhebt. Dabei wurden USA-domizilierte Fonds nach Männern, Frauen und gemischten Teams sortiert. Dann wurde die Performance für verschiedene Monatsperioden ermittelt.

Ergebnis: Die von Frauen verantworteten Fonds erzielten sowohl im Aktien- als auch im Rentensegment die besten Ergebnisse. Am schlechtesten schnitten rein männlich geführte Portfolios ab. In längeren Zeiträumen lieferten die Frauen-Portfolios eine höhere Outperformance als über einen kurzen Zeitraum hinweg. (fp)