In den ersten drei Monaten des Jahres 2017 sind die Käufe von Goldbarren und -münzen in China gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent gestiegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Nachfrage nach Goldschmuck ist infolge der Anti-Korruptions-Kampagne der Regierung zwar leicht zurückgegangen, als Investitionsanlage ist das Edelmetall in der Volksrepublik jedoch äußerst beliebt.

Laut World Gold Council hängt das vor allem mit einem Faktor zusammen: So hat die Landeswährung Yuan, die auch Renminbi genannt wird, im vergangenen Jahr sechs Prozent an Wert verloren und liegt trotz ordentlicher Konjunkturdaten derzeit immer noch fünf Prozent unter dem Wert von vor zwölf Monaten. Das treibt die chinesischen Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Gold. Viele andere Anlagemöglichkeiten haben die Chinesen auch nicht: Der Anleihe-Markt ist unterentwickelt, der Aktienmarkt hat Casino-Charakter mit heftigen Preisschwankungen.

Goldkauf per Smartphone
Die aufstrebende Mittelschicht Chinas schätzt Gold ohnehin – etwa als Farbe beim iPhone. Chinas Banken suchen deshalb nach Wegen, um jüngeren Chinesen den Goldkauf per Smartphone schmackhaft zu machen.

Die Bank of China, Nummer vier auf der Größen-Rangliste, hat Ende vergangenen Jahres eine Goldanlage an der Shanghaier Goldbörse notieren lassen, die zur Mindestmenge von einem Gramm online gehandelt werden kann. Der Internetkonzern Tencent wiederum bietet über die Nachrichten-App Wechat bereits seit einem Jahr an, virtuelle Geschenkpakete mit 1.000 Milligramm Gold zu versenden. Auch Gold verkaufen können die Nutzer auf Wechats Abo-Kanal namens "Tencent-Microgold", und müssen sich dafür nur mit einer Bankkarte registrieren. (fp)