Die Federal Reserve wird über die niedrige Inflation hinwegsehen und auf die Anhebung der Zinsen etwa Mitte des Jahres ausgerichtet bleiben. Zu dieser Einschätzung kommt eine dünne Mehrheit der 53 Ökonomen in einer Umfrage von Bloomberg News.

45 Prozent der Befragten rechnen mit einer Zinsanhebung im Juni, sechs Prozent im Juli und 30 Prozent erst im September. Der geldpolitische Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank beginnt am Dienstag in Washington mit seiner zweitägigen Sitzung, der ersten in diesem Jahr. Ermutigende Konjunktursignale aus den USA kontrastieren dabei mit einem globalen Ausblick, der sich seit der letzten Sitzung im Dezember eingetrübt hat.

Dollarstärke und EZB haben kaum Einfluss
Die befragten Ökonomen nehmen auch die Folgen eines stärkeren US-Dollars gelassen hin. Für 53 Prozent der Umfrageteilnehmer werde eine Dollaraufwertung gegenüber anderen wichtigen Währungen keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung der Fed haben. Auch die Entscheidung der EZB für ein QE-Programm hat für 66 Prozent der Ökonomen keinen Einfluss darauf.

Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Dezember bei 5,6 Prozent und damit nahe an der Zentralbank-Schätzung von 5,2 Prozent bis 5,5 Prozent für Vollbeschäftigung.

Beim Tempo der Zinserhöhung uneins
Die Ölpreise sind seit der letzten Fed-Sitzung am 17. September um rund 20 Prozent gefallen und Volkswirte heben ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum an, weil die Verbraucher dadurch mehr Geld in der Tasche haben, das sie in den Konsum pumpen können. In einer separaten Umfrage werden jetzt 3,2 Prozent Wirtschaftswachstum für die USA in diesem Jahr erwartet – im Vergleich zu 2,9 Prozent im Dezember.

Beim Tempo der Zinsanhebungen sind sich die Ökonomen uneins. Etwas mehr als ein Drittel sehen den Leitzins Ende 2015 zwischen 0,75 und einem Prozent. Etwas weniger als ein Drittel erwartet einen Zins zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. (bloomberg/dw)