Über die Zukunft des norwegischen Staatsfonds ist ein Streit entbrannt. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, hat Staatsfonds-Chef Yngve Slyngstad vorgeschlagen, künftig auch in Private Equity zu investieren, also in nicht-börsennotierte Unternehmen. Dieser Schritt soll dafür sorgen, dass der Fonds auch in Zukunft hohe Renditen erwirtschaftet. An Slyngstads Seite steht Norwegens Zentralbankchef Øystein Olsen. Beide argumentieren, dass Private-Equity-Beteiligungen und sogar Hedgefonds gut in das Risikoprofil des Fonds passen und für eine breitere Streuung sorgen würden.

Die Aufnahme der beiden Anlageklassen ins Portfolio würde allerdings die Ausrichtung des rund 900 Milliarden Euro schweren Fonds grundlegend verändern. Aus diesem Grund ist Slyngstads Vorschlag heftig umstritten. Eine Entscheidung soll noch in der laufenden Woche fallen. In den vergangenen Jahren wurde das Portfolio des Staatsfonds immer wieder angepasst. So stieg etwa der Aktienanteil im Jahr 2016 von 60 auf knapp 70 Prozent, die Anleihequote wurde dafür zurückgefahren. Im vergangenen Jahr konnte der Staatsfonds eine Rekordrendite von 13,7 Prozent erzielen.

Oslo liebäugelt mit deutschem Mittelstand
Die Entscheidung der Norweger dürfte auch Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben. Der Staatsfonds ist der größte Aktionär im deutschen Leitindex Dax. Sollte er künftig auch in Private Equity investieren dürfen, könnte sein Einfluss in Deutschland weiter wachsen. Erst kürzlich hatte Slyngstad in einem Interview mit dem "Focus" Interesse am deutschen Mittelstand bekundet. Es gebe viele Unternehmen, in die er gern investieren würde, es bisher aber nicht dürfe, sagte er. "Wir hoffen, dass sich das in diesem Jahr ändert." (fp)