Nebenwerte sind bei sehr langfristiger Betrachtung ein besseres Investment als die international bekannten Standardtitel. So hat etwa der Russell-2000-Index den S&P 500 seit dem Jahr 2000 weit hinter sich gelassen. Auch die Aufschwungsphase seit 2009 brachte Small-Cap-Anlegern höhere Erträge als Blue-Chip-Investoren (siehe Chart).

Vor wenigen Tage berichteten Finanzmedien über den neuen historischen Höchststand des US-Nebenwerte-Index Russell 2000, dessen Bestandteile rund zehn Prozent des amerikanischen Gesamtmarkts enthalten. Tendenziell wurde dieses Allzeithoch bei knapp unter 1.640 Punkten als gutes Zeichen für den Gesamtmarkt gewertet – es wird unterstellt, dass es einen intakten Bullenmarkt signalisiert, von dem auch andere Indizes in Folge profitieren sollten.

Der US-Börsenbrief-Beobachter und MarketWatch-Autor Marc Hulbert widerspricht dieser Annahme jedoch. In einer Analyse der letzten 29 Bullenmärkte seit 1926 habe Ned Davis Research festgestellt, dass Nebenwerte in mehr als 50 Prozent der Fälle ihre Höchstwerte (gemessen an entsprechenden Indizes) nach den Standardwerten erreichten. "50 Prozent der Fälle" ist in Finanzmarktanalysen ein unglücklicher Satz, denn im Klartext heißt das, dass man auch eine Münze werfen könnte. Als jüngere Beispiele führt Hulbert an:

Höchststand des S&P 500Höchststand des Russell 2000
19. Mai 201523. Juni 2015
29. April 201129. April 2011
9. Oktober 200713. Juli 2007

 

An diesen drei Fällen sei erkennbar, dass ein Russell-2000-Höchststand leider kein brauchbarer Indikator für das weitere Schicksal des Aktienmarkts sei. (gf)