Die Berliner Ratingagentur Scope hat hauptberuflichen Geldvermehrern erneut auf den Zahn gefühlt. Die Umfrage basiert auf ausführlichen und persönlichen Gesprächen. Sie wird seit 2001 im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Das insgesamt verwaltete Vermögen der befragten Investoren summiert sich auf 535 Milliarden Euro. Vor allem in Sache Aktienquote zeigt sich: Die Finanzkrise hat bleibende Spuren hinterlassen.

Bei der ersten Scope-Umfrage im Jahr 2001 betrug der Aktienanteil noch 17 Prozent. Aktuell sind es nur rund 5,0 Prozent. Zwar erwarten die befragten Investoren bis zum Jahr 2020 einen leichten Anstieg der Aktienquote auf durchschnittlich 5,5 Prozent. Dennoch: Vom Vorkrisenniveau ist die Aktienquote weit entfernt. 

Dennoch gibt es signifikante Unterschiede zwischen den Investorengruppen: Bei Banken und Versicherungen liegt sie bei nur 3,0 Prozent. Bei den befragten Vorsorgeeinrichtungen (unter anderem Pensionskassen) machen Aktien rund 14 Prozent, bei Kirchen und Stiftungen sogar 28 Prozent der Portfolios aus.

Renten dominieren
Das nach wie vor wichtigste Anlagesegment für Institutionelle sind Anleihen. Sie stehen für durchschnittlich 77 Prozent der Assets. Nur ein marginaler Anteil von durchschnittlich drei Prozent des Rentenvermögens ist im High-Yield-Segment investiert. Der Rentenanteil liegt seit vielen Jahren vergleichsweise konstant bei rund drei Vierteln des verwalteten Vermögens.

Für die kommenden drei Jahre bewerten die befragten Investoren die Perspektiven von Anleihen aus den Emerging Markets am positivsten: 41 Prozent der Befragten sehen die Perspektiven für Schwellenländer-Bonds mit Investment Grade als gut oder sehr gut an. Deutlich negativer fallen die Einschätzungen zu Renten aus dem Euroraum aus. Nur fünf Prozent der Befragten bewerten die Perspektiven als gut – fast zwei Drittel jedoch als unterdurchschnittlich oder schlecht. (kb)