Deutsche Investoren stehen der Anlageklasse Aktien allmählich positiver gegenüber als in den vergangenen Jahren, heißt es vom Fondsanbieter StarCapital. "Die Renaissance der Aktie ist in Reichweite", sagt Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand von StarCapital. Nachdem der deutsche Leitindex Dax in der vergangenen Woche erstmals die Rekordmarke von 11.000 Punkten knacken konnte, zeichne sich eine Stimmungsänderung ab. "Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass auch Anlagekäufe in größerem Umfang erfolgen werden", sagt Huber. Solche Käufe könnten aufgrund der fehlenden Anlagealternativen zu einer Beschleunigung der Aufwärtsentwicklung an den Aktienmärkten durch eine Flucht in Sachwerte führen.

Den eingeläuteten Stimmungswechsel sieht Huber dennoch keineswegs unkritisch. "Wir leben in einer fragilen Welt mit zahlreichen Risiken". Anleger sollten ohnehin nur dann in Aktien investieren, wenn sie temporäre Rücksetzer von 25 oder 30 Prozent verkraften könnten. Die Frage, ob man jetzt Aktien kaufen solle, führe indes in den Bereich der Spekulation. Vielmehr gehe es darum, mit langfristigen Investitionen über Aktien von der Wertschöpfung der Wirtschaft zu profitieren. Denn eins sei klar: "Auf lange Sicht sind Aktien die rentabelste Anlage." 

Der faire Wert ist entscheidend
Huber achtet bei seinem antizyklischen Investmentansatz besonders auf den fairen Wert einer Aktie und investiert vorwiegend in Unternehmen, die deutlich unter ihrem inneren Wert notieren. Das sei überwiegend bei Value-Titeln und Turnaround-Kandidaten der Fall. Das Schattendasein von Value-Investments sollte nach Einschätzung von Huber ein Ende haben. In der langfristigen Betrachtung zeigten die annualisierten fünfährigen Überrenditen eines Value-Portfolios im Vergleich zu Wachstumstiteln deutlich, dass die Zeit für unterbewertete Substanzwerte gekommen sei. (fp)