Investoren am japanischen Aktienmarkt mussten zuletzt zittern: Weil sich das Gewinnwachstum der Unternehmen zuletzt deutlich verlangsamte, gerieten die Märkte unter Druck. Fundamental betrachtet steht Japan jedoch besser da als je zuvor, sagt Ernst Glanzmann, Portfoliomanager für japanische Aktien beim Fondsanbieter GAM. Für die Zukunft prognostiziert er ein erneutes Aufblühen der japanischen Wirtschaft. 

Glanzmann rechnet damit, dass börsennotierte japanische Unternehmen auf absehbare Zeit ein langfristiges Gewinnwachstum von rund acht Prozent pro Jahr halten könnten. "Dafür sprechen das solide globale Wachstum, fortlaufende neue Geschäftschancen sowie effizientere Arbeitsabläufe", so der Japan-Experte. Das knappe Angebot an Arbeitskräften sowie die voranschreitende Reform des Arbeitsstils dürften sowohl Investitionsausgaben anregen als auch die Löhne und den Konsum unterstützen, erwartet er.

Handelskrieg ist keine Gefahr
Dem allgemeinen Unbehagen über die populistische Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sieht Glanzmann gelassen entgegen. "Zwar halten wir Engagements in einigen Aktien, die von Trump beeinflusst werden könnten, jedoch nehmen wir im Hinblick auf Zölle und Handelsbeschränkungen eine abwartende Haltung ein", sagt Glanzmann. 

Auch Naoki Kamiyama, Chefstratege bei Nikko Asset Management, sieht im ausfernden Zollkonflikt zunächst keine Gefahr für das Land der aufgehenden Sonne. Zwar wandten sich ausländische Käufer zuletzt aufgrund der Handelsspannungen gegen Emittenten japanischer Aktien. "Wir sehen diese Verkäufe aber als zyklisches Phänomen und nicht als Trend", sagt Kamiyama. Die Volatilität dürfte aber aufgrund schwankender Informations- und Geldflüsse im Vorfeld der bevorstehenden US-Kongresswahlen hoch bleiben, warnt er. (fp)