Deutsche Sparerinnen setzen noch stärker als Männer auf Anlageklassiker wie das Sparbuch – und leiden deshalb mehr unter den Niedrigzinsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Kooperation mit der Direktbank ING Diba. Frauen investieren demnach seltener in börsennotierte Wertpapiere als Männer und lassen ihr Geld überwiegend auf niedrigverzinsten Bankkonten liegen. "Gerade mit Blick auf die Altersvorsorge verschenken Frauen Potenziale, bessere Renditen zu erzielen", sagt Martin Schmidberger, Leiter des Produkt- und Zielgruppenmanagements bei ING Diba.

Am Kapitalmarkt sind der Studie zufolge nur wenige Frauen aktiv. Dabei agieren sie dort vielfach vernünftiger als Männer – auch das zeigt die Erhebung. Das liegt vor allem daran, dass Frauen lieber in Fonds als in einzelne Aktien investieren. "Da machen es die Frauen eigentlich besser", sagt Martin Weber, Professor am ZEW. Aus wissenschaftlicher Sicht empfehle sich eine breite Streuung des Geldes über zahlreiche Aktien aus verschiedenen Branchen. Dieses Ziel ist gerade bei kleineren Beträgen mit dem Kauf von Fondsanteilen leichter zu erreichen als beim Erwerb einzelner Aktien.

Frauen fremdeln mit der Börse
Indes investieren Frauen nicht weniger als Männer am Kapitalmarkt, weil sie Frauen sind – sondern weil sie risikoaverser sind. Das deckt sich auch mit den Kennzahlen der Kundenanalyse der ING Diba: 75 Prozent der befragten Frauen sind nicht bereit, irgendein finanzielles Risiko einzugehen im Gegensatz zu 63 Prozent der männlichen Befragten. Nur zwölf Prozent aller weiblichen Kunden entscheiden sich für ein Wertpapierdepot. Für Männer ist diese Zahl mit 23 Prozent fast doppelt so hoch. (fp)