Die Hausse an den weltweiten Immobilienmärkten hält an. Wie der Global House Price Index der internationalen Immobilienberatungsgesellschaft Knight Frank zeigt, lagen die Wohnimmobilienpreise weltweit Ende 2017 im Durchschnitt um 4,6 Prozent höher als im Vorjahr. Der Anstieg fiel damit zwar etwas moderater aus als noch im Jahr 2016 (5,3 Prozent) – doch der Preisauftrieb hält grundsätzlich an.

"Steigende Zinsen in den USA, dem Vereinigten Königreich und Kanada sowie ein Nachlassen der Konjunkturanreize haben die Laune der Investoren beeinflusst", schreiben die Autoren und prognostizieren auch weiterhin Preisanstiege. Weil 13 der in der Studie analysierten Länder fest an den US-Dollar gebunden seien, werde ein weiterer Zinsanstieg durch die amerikanische Notenbank sich auch jenseits der Grenzen der USA auswirken. Die leicht gebremste Wachstumsrate der Immobilienpreise zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Ranking. "Der Abstand zwischen den stärksten und schwächsten Performern der Wohnimmobilienmärkte hat sich verkürzt", sagt die Immobilienspezialistin Kate Everett-Allen von Knight Frank.

Den ersten Platz im Rating belegt Island mit einer Wachstumsrate von 15 Prozent. Im vergangenen Quartal waren es hier noch 20 Prozent. Auch in Hongkong, dem Zweitplatzierten im Ranking, ist die jährliche Wachstumsrate zurückgegangen. Sie lag bei 14 Prozent nach 18 Prozent im Vorjahr. Sieben der zehn Staaten mit den am stärksten gestiegenen Preisen stammen neuerdings aus Europa. Neben Island zählen dazu die Tschechische Republik, Ungarn, Irland, Serbien, Bulgarien und Lettland. In all diesen Ländern kletterten die Preise 2017 um mehr als neun Prozent.

Russland bildet Schlusslicht
Mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 7,5 Prozent liegt der nordamerikanische Kontinent weltweit in Führung. In den USA wurden Wohnimmobilien im Jahresverlauf um 6,3 Prozent teurer, in Kanada sogar um 8,9 Prozent.

"Mit der Ankündigung eines neuen Maßnahmenpakets zur Drosselung der Preisinflation in Vancouver sowie der erörterten Zinsanstiege kann es sein, dass Kanada im Laufe des Jahres 2018 im Ranking nach unten fällt", prognostizieren die Autoren der Studie. Russland und die ehemaligen GUS-Staaten blieben wie im Vorjahr die am schwächsten performenden Regionen in der Welt. Dort sind die Preise 2017 durchschnittlich um vier Prozent gefallen. (fp)