Stefano Zoffoli, Chefstratege Swisscanto Invest, rät in einem aktuellen Kommentar Anlegern angesichts relativ hoher Aktienmarktbewertungen der OECD-Länder zu einer Übergewichtung von Emerging Markets und zu einer Untergewichtung von US-Aktien.

Vor dem Hintergrund einer langen Hausse mit relativ wenigen markanten Rückschlägen sollten sich Investoren laut Zoffoli vor Augen halten, dass Aktienmärkte nicht ewig Inseln der Seligen sein können. Auf lange Sicht seien Aktien zwar immer eine sinnvolle Anlage, aber die Höhe der Berücksichtigung von Dividendenpapieren müsse nach Ansicht Zoffolis auf den Prüfstand. "Die Aktienmärkte waren zuletzt meist unbeeindruckt von negativen Signalen, doch es ist ratsam, Aktienübergewichte nicht auszureizen und auch einmal auf eine neutrale Gewichtung zurückzufahren“, erklärt Zoffoli.

Schwellenländeraktien übergewichten
Kurzfristig haben sich die Chancen für weitere Kursgewinne bei Aktien etwas eingetrübt. Zwar floriert das globale konjunkturelle Umfeld und die Notenbanken agieren allesamt mit Vorsicht, um die Märkte nicht zu erschüttern. Allerdings seien die Erwartungen derart hoch, dass es für Konjunktur und Unternehmen schwierig sein wird, ihnen gerecht zu werden.

Dann könnten die risikoreichen Anlagen wie Aktien ins Straucheln geraten. “Wir sehen weiterhin Potenzial für Aktien aus den Emerging Markets, die mit einem KGV von 13 unter dem 2017er-KGV des MSCI World liegen, gefolgt von japanischen und europäischen Dividendenpapieren, besonders Nebenwerte. US-amerikanische Aktien gewichten wir momentan unter. Auf Sektorebene weisen Finanzaktien Potenzial auf, da sie günstiger bewertet sind als der Gesamtmarkt“, so Zoffoli.

Auch Emerging-Markets-Schuldtitel attraktiv
Innerhalb des Anleihenuniversums zählt der Swisscanto-Invest-Chefstratege Emerging-Markets-Anleihen zu den Favoriten: “Hier sind Bonds in Hartwährungen den Anleihen in Lokalwährungen zu bevorzugen. Auch Hochzinsanleihen und Cocos dürften weiterhin bessere Chancen bieten als beispielsweise Staatsanleihen aus den entwickelten Volkswirtschaften, die wir aktuell untergewichten", erklärt Zoffoli. (aa)