Die Vorstandschefs der sechs größten Banken im Norden Europas erhielten im vergangenen Jahr nur etwa die Hälfte der Bezüge von Managern anderer europäischer Großbanken, belegen jetzt veröffentlichte Jahresberichte. Und das, obwohl sie die europäischen Ranglisten zu Erträgen und Kapital-Adäquanz dominieren, wie aus Berechnungen von Bloomberg hervorgeht.


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Die schwedische Regierung ist der Meinung, dass eine zu hohe Bezahlung von Managern – etwa "exzessive Bonus-Programme und insbesondere Programme, bei denen es profitabel ist, unverantwortliche Risiken einzugehen" – zu Verärgerung in der Öffentlichkeit und sozialoem Unfrieden führen können, wie Finanzminister Per Bolund in einem Interview erklärte.

Nordeuropas Banker ein Drittel unter dem europäischen Durchschnitt
Grundsätzlich liegen die Bezüge der Top-Verdiener bei den Banken im Norden Europas rund ein Drittel unter dem europäischen Durchschnitt, zeigen Daten der European Banking Authority (EBA). Die Gesamtbezüge finden sich demnach im unteren Drittel der Ranglisten wieder. Die bestbezahlten skandinavischen Banker erhalten beispielsweise deutlich weniger als ihre Kollegen in Griechenland, Zypern, Spanien und Großbritannien, so das Ergebnis einer Studie aus dem Februar, für die die Bezahlung in 22 europäischen Ländern für 2015 unter die Lupe genommen wurde.

Zuviel Gage, zu hohe Risiken
Ein Blick auf die Erträge der Finanzinstitute legt den Schluss nahe, dass Bankmanager keinesfalls hohe Bezüge einstreichen müssen, um auch eine überdurchschnittlich gute Arbeit zu leisten. Einige Studien deuten vielmehr an, dass eine höhere Bezahlung das Eingehen jener Risiken fördern könnte, die letztlich die Banken und die Volkswirtschaften in denen sie arbeiten, schädigen.

Vergütungssysteme auf dem Prüfstand
John Armour, Professor für Recht und Finanzen an der Oxford University, ist der Meinung, dass an den Vergütungspraktiken für Banken noch viel gearbeitet werden muss. Die Vorteile aus dem Eingehen von Risiken würden in den meisten Fällen deutlich über den potenziellen Verlusten liegen – das gelte besonders für Manager. "Anstatt die Bezahlungen nach oben hin zu begrenzen, sollten wir uns auf die Abwärts-Seite konzentrieren", fordert er. Oder einfacher ausgedrückt: Bankmanager sollten, falls etwas schief läuft, dies finanziell stärker am eigenen Vermögen zu spüren bekommen. (mb/Bloomberg)