Was machen Sie heute Abend? Wenn Sie einfach nur den Fernseher einschalten, bieten die Sender ein reichhaltiges und meist unterhaltsames Angebot. Sie können aber auch tiefer ins Thema Finanz- und Bankenkrise einsteigen: Der deutsch-französische Arte-Kanal lädt ab 20.15 Uhr Zuschauer zu einem Themenabend "Skandalbanken" ein.

Den Anfang macht eine neue Dokumentation zum Dauerbrenner Lehman Brothers: Vor zehn Jahren löste der Kollaps der US-Investmentbank bekanntermaßen eine globale Finanzkrise aus, deren Nachwehen nach wie vor zu spüren sind, vor allem in Form anhaltend niedriger Zinsen. Der Film "Inside Lehman Brothers" von Jeniffer Deschamps zeigt, dass der Zusammenbruch keine unvermeidliche Naturkatastrophe, sondern absehbar war. Interne Mahner gab es offenbar genug.

Der Film erzählt vom Aufstieg und Fall der amerikanischen Investmentbank aus der Innen-Sicht von ehemals leitenden Mitarbeitern wie dem Lehman-Finanz-Vize Matthew Lee, der wegen fortwährender Bilanztricks intern Alarm geschlagen hatte und dem deshalb vor dem Kollaps der Bank gekündigt wurde. Oder der Kreditprüferin Linda Weekes, die wegen der von ihr geäußerten Bedenken gemobbt und bedroht wurde. Die Geschichten dieser Personen werden mit dem zeitgleich stattfindenden Wirtschaftskrimi verwoben. Fehlen darf natürlich auch nicht Ex-Lehman-Chef Richard "Dick" Fuld, dem wegen seiner markigen Sprüche und Ansagen an die eigenen Salesteams ("Wer immer Dir im Weg steht: Bring ihn um!") an der Wall Street der Spitzname "Gorilla" anhaftete.

"Die Skandalbank" ab 21:40 Uhr 
Die Protagonisten des Films warnen auch: Geschichte wiederholt sich. Mittlerweile seien auch zahlreiche jener Kreditderivate, die zum Crash führten, wieder handelbar. Zudem würde US-Präsident Donald Trump alles daran setzen, die regulatorischen Schutzvorrichtungen seines Amtsvorgängers Schritt für Schritt wieder einzureißen. 

Der Dokumentation über Lehman Brothers folgt dann um 21.40 Uhr "Die Skandalbank": Der Film behandelt laut Vorankündigungen die Skandale der HSBC seit 2008: "Egal ob Geldwäsche aus Drogengeschäften, Steuerbetrug oder Korruption – die Bank schreibt immer wieder Schlagzeilen und kommt jedes Mal mit einem Bußgeld davon, ohne Prozess oder Verurteilung. Der Begriff 'Too Big to Jail', sprich zu groß für eine Gefängnisstrafe, scheint ihr auf den Leib geschrieben zu sein", schreibt Arte im zugehörigen Pressetext. (ps/jb)