Die niedrigen Zinsen dürften Anlegern noch auf Jahre hinaus erhalten bleiben, sagt Anne Anderson, Rentenexpertin bei UBS Asset Management. Tonangebend für die Anleihemärkte ist die US-Notenbank. Weil sich der Wachstumszyklus der Wirtschaft allmählich einem Reifepunkt nähert, werden die Leitzinsen selbst nach mehreren Zinsschritten der Fed unter einem Wert von 2,75 Prozent bleiben, schätzt Anderson.

Die veränderte Geldpolitik geht einher mit Änderungen in der Führungsriege der Zentralbanken. Der Aufstieg des Populismus, instabile Wählerschaften und schwache Machtstrukturen untergraben den Willen, Strukturreformen vorzunehmen, befürchtet die Expertin. Kritisch wird die Lage, wenn eine hohe Staatsverschuldung ein höheres Wachstum erfordert.

Quelle: UBS AM

Wer wach bleibt, verdient mehr
UBS AM empfiehlt Rentenanlegern, in Märkten mit vergleichsweise hohen Renditen und moderater Staatsverschuldung zu investieren. Konkret heißt das: Investoren sollten derzeit australische, neuseeländische und kanadische Bonds über- und US-amerikanische, britische, deutsche und schwedische Papiere untergewichten. Auf der Währungsseite favorisiert der Fondsanbieter Long-Positionen im US-Dollar. Im Hochzinsbereich sind Titel mit kurzer Duration interessant, sofern deren Renditen vor höheren Zinsen schützen.

Auch wenn die globalen Anleiherenditen niedrig bleiben, kann es doch immer wieder Phasen mit gegenläufigen Bewegungen geben, sagt Anderson. "Wenn Anleger Veränderungen des globalen gesamtwirtschaftlichen Umfelds und die Entwicklung der Zentralbankpolitik berücksichtigen, können sie über die aktive Bewirtschaftung der Zinsen Wertsteigerungen erzielen." (fp)