Die Mehrheit der Deutschen sieht einer steigenden Inflation gelassen entgegen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Union Investment unter 500 Privatanlegern. Vier von fünf Befragten gaben an, sie würden steigende Preise nicht zum Anlass nehmen, ihre Anlagestrategie anzupassen. 46 Prozent sind laut Umfrage "überhaupt nicht besorgt", dass sich steigende Preise negativ auf ihr Vermögen auswirken könnten. Genauso viele zeigten sich "wenig besorgt". Lediglich sechs Prozent der Befragten gaben an, sich starke Sorgen wegen anziehender Preise zu machen.

"Die Befragung zeigt, dass Inflation für die meisten Anleger kein Thema ist. Angesichts der niedrigen Zinsen auf Erspartes unterschätzen sie dadurch aber den Einfluss auf die reale Vermögensbildung", sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Die Sorglosigkeit überrasche auch, weil viele Befragte das Preisniveau als höher einschätzen als es tatsächlich ist. Nur 59 Prozent der Befragten wussten, dass die Inflationsrate (derzeit 1,4 Prozent) in einer Bandbreite zwischen ein und zwei Prozent liegt. Jeder Dritte ging von einer Teuerungsrate über zwei Prozent aus. 

Wahrnehmung der Inflation ist subjektiv
"Inflation ist ein Thema, das stark von der subjektiven Wahrnehmung beeinflusst wird", sagt Gay. Darauf deuten auch weitere Ergebnisse der Umfrage. So gaben bei der Frage nach den Aspekten, die bei der Inflationseinschätzung eine Rolle spielen, 63 Prozent an, für sie seien Preise bei regelmäßigen Einkäufen im Supermarkt entscheidend. Auf Platz zwei folgen Immobilienpreise sowie die Höhe der Mieten (59 Prozent). Die Berichterstattung in den Medien beeinflusst die Inflationswahrnehmung lediglich zu 45 Prozent. (fp)