Deutsche Investoren setzen bei Rentenpapieren besonders stark auf Sicherheit. Obwohl die niedrigen Renditen in diesem Segment kaum für den Vermögenserhalt ausreichen, bevorzugen sie Staatsanleihen aus Kerneuropa sowie Investment-Grade-Anleihen gegenüber High-Yield-Papieren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 300 professionellen Investoren in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien im Auftrag von Franklin Templeton.

Im Ländervergleich zeigten die Deutschen die geringste Bereitschaft, in europäische Hochzinsanleihen zu investieren. Nur 66 Prozent können sich eine solche Anlage vorstellen. Andernorts ist man da risikofreudiger: Im Gesamtdurchschnitt würden 75 Prozent der Befragten High Yields kaufen. "Die höhere Risikoaversion deutscher Anleger könnte durch das Hauptziel ihrer Festgeld-Allokation erklärt werden", schreiben die Studienautoren. Rund 30 Prozent der deutschen Anleger gaben an, dass ihnen ein niedriger Maximalverlust wichtiger sei als hohe Erträge. Im Durchschnitt aller Länder vertraten 13 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Anleger opfern wertvolle Erträge
Auch beim Schutz vor steigenden Zinsen verfolgen deutsche Investoren einen vorsichtigen Ansatz. Fast die Hälfte der Befragten gab an, in den vergangenen drei Jahren die Durationen reduziert zu haben. Dennoch rechnet die Mehrheit mit weiterhin relativ niedrigen Zinssätzen in Europa. Rund 40 Prozent der deutschen Anleger gehen nicht davon aus, dass die Zinsen auf dem Kontinent innerhalb der kommenden drei Jahre um mehr als 0,5 Prozent steigen werden. 35 Prozent rechnen mit einem Anstieg zwischen 0,5 und 1 Prozentpunkten. 

"Aus den Ergebnissen unserer Studie schließen wir, dass viele Anleger, unter anderem in Deutschland, die Duration unnötig reduzieren und hierdurch wertvolle Erträge opfern", sagt David Zahn, Head of European Fixed Income bei Franklin Templeton. Er weist darauf hin, dass Durationsmanagement nicht zwangsläufig eine Reduzierung der Duration bedeutet. (fp)