Nach den jüngsten Kursrückgängen im August sind deutsche Privatanleger wieder vorsichtiger geworden, meldet die Direktbank Comdirect. Das zeigt der aktuelle Comdirect Brokerage Index: Er ist im Vergleich zum Vormonat um 5,9 Punkte gesunken und notiert aktuell bei 98,8 Punkten. "Insbesondere Fonds kauften Anleger weniger stark zu als im Vormonat", sagt Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei Comdirect. Für dieses Produktsegment ist der Brokerage Index von 118,9 Punkten auf 102,3 Punkte gefallen. Im Juli hatten Privatanleger noch deutlich optimistischer agiert und Kursdellen für Fondskäufe genutzt.

Aktien hingegen sind im August leicht in der Gunst der Anleger gestiegen. Der Brokerage Index legte für diese Anlageklasse von 99,3 Punkten auf aktuell 101,1 Punkte zu. Zu den Top-Käufen gehörten die Titel der Deutschen Bank und der Bitcoin Group sowie Aktien von ProSiebenSat.1, Amazon und Daimler. "Die Veröffentlichung der positiven Halbjahreszahlen der Bitcoin Group führte zu steigenden Kursen und massiven Ankäufen der Aktie", erklärt Wolf. Bei ProSiebenSat.1 und Amazon sorgten Kursrückgänge nach Unternehmenszahlen dafür, dass viele Privatanleger die Chance für einen günstigen Einstieg nutzten.

Finanzdienstleister verlieren
Unter den meistverkauften Aktien befanden sich Eon, Commerzbank, Deutsche Bank, ebenfalls die Bitcoin Group sowie Evotech. Das lag vor allem an Gewinnmitnahmen nach starken Kursanstiegen, etwa bei Eon und Evotech. "Nachdem die Eon-Aktie lange unter Druck stand, steigerte sich ihr Wert nach Ankündigung einer Dividendenerhöhung im vergangenen Monat um mehr als zehn Prozent. Diese Gelegenheit ergriffen viele Privatanleger und realisierten ihre Gewinne", sagt Wolf. (fp)