Die Lebenserwartung der Deutschen und Österreicher steigt, und das Anlageverhalten muss sich diesem Umstand anpassen, sagt Hubert Thaler von der TOP Vermögen AG in Starnberg. "Dabei geht es nicht nur darum, ob das ersparte Geld im Alter ausreicht. Die Frage ist auch, welche Sektoren heute und künftig von der Entwicklung profitieren werden, welche politischen Rahmenbedingungen in Demokratien gesetzt werden und wie hoch Zins und Inflation sein werden", sagt Thaler. 

Das alles mache sinnvolles Investieren nicht einfacher, vorbereiten kann man sich dem Vermögensverwalter zufolge aber dennoch: Wer heute mit Mitte sechzig in den Ruhestand geht, sollte kalkulieren, welcher Lebensstandard mit den erworbenen Rentenansprüchen plus den Erträgen aus dem Ersparten monatlich zu finanzieren ist. "Wenn sich hier schon Lücken ergeben, müssen unter Umständen Teile des Vermögens aufgezehrt werden, etwa indem Immobilien verkauft werden", sagt Thaler.

Demografische Entwicklung stellt neue Fragen
Anleger müssen sich angesichts der demografischen Entwicklung mit ganz neuen Fragen befassen – etwa ob das Ersparte statt für 30 auch für 40 Jahre reicht und ob es notwendig ist, bei der Geldanlage mehr zu wagen, um den Lebensstandard halten zu können.

Die Antworten hängen stark von der persönlichen Vermögenssituation ab, einige Tendenzen lassen sich aber schon heute erkennen. So wird der Realzins wohl niedrig bleiben. Dienstleistungen im Gesundheitssektor, Vermögensverwaltung im Finanzsektor, aber auch ausgewählte Konsumunternehmen werden in Zukunft wohl stärker nachgefragt werden. Zudem sollte die Automatisierung bestimmter Tätigkeiten angesichts des heute bereits absehbaren Fachkräftemangels als Chance und nicht nur als Bedrohung verstanden werden. (fp)