Die Wirtschaft in Europa ist mittlerweile in Schwung gekommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Oktober ihren allmählichen Abschied von der ultralockeren Geldpolitik eingeleitet, indem ankündigte, das Volumen ihrer Anleihekäufe zu reduzieren. Sparer sollten sich allerdings nicht vorschnell Hoffnungen auf steigende Zinsen machen, mahnt Thomas Heidel, Research-Leiter bei Fidal. "Es ist kein Ende der expansiven Geldpolitik in Sicht", sagt er. Gerade für die hochverschuldeten südeuropäischen Länder sei es wichtig, dass die Zinssätze niedrig bleiben.

Tages-, Festgeld- und Sparkonten bleiben voraussichtlich unter Druck. Bis sie wieder eine akzeptable Verzinsung liefern, dürften noch mehrere Jahre vergehen, schätzt Heidel. "Experten rechnen frühestens ab 2019 mit geringfügigen Zinserhöhungen", sagt er. "Und das auch nur, wenn die Konjunktur weiter so gut läuft und die Inflationsrate steigt, die Arbeitslosigkeit weiter zurückgeht und die europäischen Staaten auf politischem Gebiet zusammenhalten."

Aktien sollten erste Wahl sein
Um Renditen zu erzielen, die über der Inflation liegen, müssen Anleger vorerst weiter ins Risiko gehen. Für viele Menschen ist das ein Dilemma, weil klassische, sicherheitsbetonte Sparprodukte bei ihnen trotz jahrelanger Niedrigzinsphase noch immer hoch im Kurs stehen. "Aktien stehen nicht auf der Favoritenliste. Aber gerade im Umfeld niedriger Zinsen und stark steigender Unternehmenserträge sind Aktien die erste Wahl", betont Heidel. (fp)