Das größte Risiko eines langfristigen Investments in Bankaktien liegt nicht bei den Instituten an sich, sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer von Fundamental Capital – sondern in den Köpfen der Banker. Viele Banker gehen aufgrund der positiven Entwicklung der Branche davon aus, dass alles wieder so ist wie vor der Finanzkrise. "Schon bald werden deshalb wieder vermehrt komplizierte, strukturierte Produkte auf den Markt kommen, die nur einen Zweck haben: die Gewinnspirale noch weiter anzuheizen", sagt der Vermögensverwalter.

Tatsächlich läuft es für die Branche derzeit so gut wie seit der Finanzkrise nicht mehr. In den USA streichen Banken wieder exorbitante Gewinne ein, auch in Europa geht es für Geldhäuser wieder bergauf. "Für Anleger ist es verlockend, in die augenscheinlich boomende Bankenbranche einzusteigen", sagt Zimmer. Möglicherweise lässt sich der Aufwärtstrend zumindest bei US-Banken auch kurzfristig nutzen. Kurssteigerungen hält der Vermögensexperte noch immer für möglich – vor allem, weil US-Banken ihre Gewinne noch einmal steigern werden, sobald die Belastungen der US-Steuerreform verdaut sind.

Investoren sollten selektieren
Generell rät Zimmer allerdings zur Vorsicht. Anleger sollten sich von der guten Entwicklung nicht blenden lassen, warnt er: "Gewinne sind gut. Die Frage ist nur, wie sie erwirtschaftet werden und ob dieser Weg dauerhaft tragfähig ist." Banken sind zwar wichtig für das Wirtschaftssystem – das gilt aber nicht für alle Institute gleichermaßen.

Zimmer hält es deshalb für keine gute Idee, jetzt blindlings Aktien von US-Banken oder europäische Geldhäusern ins Depot zu holen. Er empfiehlt, nach dauerhaft erfolgreichen Instituten zu suchen. "Diese zu finden erfordert zwar viel Arbeit, kann sich für Anleger aber lohnen", sagt er. (fp)