Richard Woolnough, Manager des mehr als 26 Milliarden Euro schweren M&G Optimal Income, setzt in seinem Fonds derzeit insbesondere auf US-Unternehmensanleihen und Staatsanleihen der Euro-Peripherie. "Es gibt immer Teilbereiche des Rentenmarktes, die attraktiv sind", betonte Woolnough auf dem "Asset Manager Meeting" am Vorabend des FONDS professionell KONGRESSES in Mannheim. Der Erfolg gibt dem Rentenexperten, der auf mehr als 30 Jahre Investmenterfahrung zurückblickt, Recht: Langfristig zählt der M&G Optimal Income zu den besten defensiven Mischfonds – auch die jüngste Performance-Schwäche konnte er längst wieder wettmachen.

Woolnough erwartet, dass die Konjunktur weiterhin gut läuft. "Wir haben derzeit ein synchrones Wirtschaftswachstum überall auf der Welt", sagt er. Deshalb sei er gerne bereit, Kreditrisiken einzugehen. "Es wird oft behauptet, dass der Risikoaufschlag von Unternehmensanleihen derzeit zu niedrig ist, doch das sehe ich anders. Im langfristigen historischen Vergleich haben die Papiere immer noch Potenzial." Woolnough investiert am liebsten in US-Unternehmensanleihen. "Dieser Markt ist nicht so von der Notenbank verzerrt wie der europäische", so seine Begründung.

Die Wette auf die Euro-Peripherie zahlt sich aus
Außerdem setzt der Milliardenmanager auf Anleihen aus der Euro-Peripherie. "Im vergangenen Jahr hat sich mein Investment in Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Portugal ausgezahlt, und ich halte diese Papiere nach wie vor für sehr attraktiv", sagt er. Er könne keinen Grund erkennen, warum diese Anleihen deutlich höhere Renditen bieten müssen als deutsche Bundesanleihen. Dieser Aufschlag werde weiter sinken, was steigende Kurse und damit Gewinne für seinen Fonds zur Folge habe.

Woolnoughs Portfolio besteht zu jeweils rund einem Drittel aus Staatsanleihen, Unternehmensanleihen guter Bonität und Hochzinspapieren. Hinzu kommt eine kleine Aktienquote von rund vier Prozent. Aktien kauft Woolnough nur, wenn sie seiner Meinung nach deutlich attraktiver bewertet sind als die entsprechenden Unternehmensanleihen. "Daimler und BMW sind mit Blick auf den Einkommensstrom sehr attraktiv", so Woolnough. Deshalb hält er derzeit Dividendenpapiere dieser Automobilkonzerne in seinem Fonds.

Sieben Manager auf einen Streich
Woolnough war der prominenteste Redner des "Asset Manager Meetings", das das auf vermögensverwaltende Fonds spezialisierte Portal Asset Standard nun schon zum dritten Mal am Vorabend des FONDS professionell KONGRESSES in Mannheim veranstaltete. Neben Woolnough gewährten sechs weitere Investmentexperten detaillierte Einblicke in ihre Investmentphilosophie. Bantleon-Vorstand Jörg Schubert sprach über die Bedeutung der aktuellen Technologietrends für die Geldanlage. Marcus Russ, Fondsmanager bei Veritas Investment, stellte den ETF-Dachfonds seines Hauses vor.

Patrick Picenoni, der die Conren-Fonds verantwortet, brachte den Gästen den Anlagestil eines Family Offices näher. Adrian Daniel, Fondsmanager bei Mainfirst Asset Management, erläuterte, warum strukturelle Trends für den Investmenterfolg wichtiger sind als Konjunkturprognosen. Marc Schaffner von UBS Asset Management stellte die neuen Asset-Allocation-Fonds seines Hauses vor, die bewusst kostengünstig konstruiert wurden, und Stephan Modler, Geschäftsführer der Walser Privatbank Invest, sprach über die Investmentphilosophie seines Hauses. (bm)