
DWS Deutschland: Update
Wie beurteilt Tim Albrecht die Lage an den Märkten und wie richtet er den DWS Deutschland darauf aus? Im Update steht der Fondsmanager Rede und Antwort.
AnzeigeBankenfachverband: Durch Basel III droht Kreditverknappung
Die ersten Auswirkungen der neuen Bankenregulierung nach Basel III könnten bereits Anfang 2013 spürbar sein, wie der Bankenfachverband anmerkt, der die Interessen der Kreditbanken in Deutschland vertritt. Dann soll eine EU-Verordnung in Kraft treten, die innerhalb von zwei Jahren neue Liquiditätsvorschriften umsetzt. Ziel ist, die Liquidität der systemrelevanten Banken auch in Krisenzeiten sicherzustellen. Laut Definition der EU zählen dabei als Banken nur solche Kreditinstitute, die sowohl das Kredit- als auch das Einlagengeschäft betreiben. In Deutschland gelten aber auch Institute, die ausschließlich Kredite vergeben, als Banken und könnten somit unter den Anwendungsbereich der Richtlinie fallen.
Forderung: Liquiditätsanforderungen begrenzen
Daher fordert der Bankenfachverband das EU-Parlament in einer Stellungnahme auf, die Anwendung der Liquiditätsanforderungen nach Basel III auf Kreditinstitute gemäß EU-Definition zu begrenzen. „Die EU würde dem Mittelstand einen Bärendienst erweisen, wenn sie seinen Geldgebern die Kreditvergabe erschweren würde", sagt Peter Wacket, Geschäftsführer des Bankenfachverbandes. In Konsequenz würden Finanzierungen schlichtweg teurer. Im Extremfall könnten sich sogar einige spezialisierte Kreditbanken aus diesem Geschäftsfeld zurückziehen.
Banken sollen zum Kauf von Staatsanleihen gezwungen werden
Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, müssten künftig auch nicht systemrelevante Banken einen Liquiditätspuffer in Form von Anleihen wie Staatsanleihen aufbauen. Dafür müssten sie rund 13 Prozent ihrer Bilanzsumme einsetzen, wie eine Proberechnung von Ernst & Young ergibt. Die Wirtschaftsprüfer haben Anfang des Jahres im Auftrag des Bankenfachverbandes die Auswirkungen der neuen Liquiditätsvorschriften auf 37 einzelne Kreditbanken untersucht. Das in Anleihen zu investierende Kapital könnte dann nicht mehr für die Kreditvergabe zur Verfügung stehen. Für einige Institute könnte eine erzwungene Änderung ihres grundsoliden Geschäftsmodells auch das Aus bedeuten, da sich der erhöhte Aufwand dann nicht mehr rechnen würde.
Mittelstandsfinanzierer verstärkt in der Klemme
„Die Politik muss jetzt aufpassen, dass sie mit der sinnvollen Regulierung von Großbanken nicht die eigentlichen Mittelstandsfinanzierer vom Markt verdrängt", sagt Wacket. In der Finanzierung mobiler Investitionsgüter für den Mittelstand sind diese Anbieter führend, da sie mit den finanzierten Objekten und ihrer Werthaltigkeit bestens vertraut sind. Für Groß- und Regionalbanken lohnt sich dieses Geschäft aufgrund mangelnder Objektkenntnis oft nicht.
Gerade den mittelständischen Unternehmen droht also eine Kreditverteuerung und schlimmstenfalls ein Wegfall ihrer Finanzierungsquellen. Noch lässt sich diese Konsequenz verhindern. Dazu müsste das EU-Parlament lediglich die geplante Verordnung im Sinne des eigentlichen Regulierungszwecks konkretisieren und auf solche Kreditinstitute begrenzen, die sowohl das Einlagen- als auch das Kreditgeschäft betreiben. (ir)
Quelle:FONDS professionellMarktanalyse
- 16.05. | 2012
- State Street-Studie: Paradigmenwechsel in der europäischen Fondsindustrie
- Bank of England schraubt Wachstumsprognose nach unten
- Inflation wird kurzfristig sinken – Deutsche Bank empfiehlt Aktien
- M&G: "Zerfall des Euro wäre Kaufgelegenheit"
- China erhöht seinen Bestand an US-Staatsanleihen
- 15.05. | 2012
- Threadneedle baut wegen Eurokrise Cashpositionen auf
- Deutsche Wirtschaft lebt wieder auf
1 - Moody's senkt Daumen über 26 italienische Banken
- ITA: Riester-Studie nimmt Kritikern Wind aus den Segeln
1 - East Capital: Weltwirtschaft in der Momentaufnahme
- Franklin Templeton-Studie: Anleger bevorzugen Heimatmarkt – kurzfristig
- ING IM: Naher Osten und Nordafrika langfristig mit Potenzial
- GAM: Viva Mexico – Peso bleibt "unwiderstehlich"
- FXCM: Europakrise hält Yen stabil
- Bantleon: Spanien im Visier der Finanzmärkte
- 14.05. | 2012
- Zu niedrige Volatilität – iShares rät zur Defensive
- BNP Investment Partners: Europäisches Schuldenproblem wieder im Vordergrund
- Preise für Luxuswohnimmobilien sinken weltweit
- M&G: "Emerging Markets sind keine Safe Havens"
- Metzler AM: Finanzmärkte im Bann der Politik

Kommentar verfassen