Der Name Sal. Oppenheim verschwindet. Gewiss ist es traurig, wenn fast 230 Jahre Tradition einfach mit einem Handstreich aus den Doppeltürmen der Deutschen Bank weggewischt werden. Sicherlich ist es für die Mitarbeiter schmerzlich, die sich jeden Tag für den Erfolg "ihres" Hauses eingesetzt hatten. Doch nüchtern betrachtet ist das schlicht der Gang der Dinge: Wer Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft hintergeht, der muss damit rechnen, dass sein Name zwischen den Seiten dicker Geschichtsbücher erstickt.

Denn auf eine stolze Tradition als solide Bankiers mit rheinischem Charme, die den Aufschwung des Landes unterstützten, folgten Misswirtschaft und Maßlosigkeit. Skandale und Verfehlungen türmten sich auf. Der Ruf war am Ende ramponiert wie nie zuvor. Der Kölner Privatbank blieb ob dieser Entwicklung vor acht Jahren nur die Flucht unter das Dach des heimischen Primus. Klar gesagt sein muss: Am Untergang von Sal. Oppenheim tragen die Manager aus Frankfurt keine Schuld. Das Grab schaufelten sich die einstigen Oppenheim-Granden selbst.

Die Reputation wiederherstellen konnte der neue Eigner aber auch nicht. Dafür war die Deutsche Bank schlicht die falsche Pflegemutter – tappte das Haus in den vergangenen Jahren doch bereitwillig praktisch in jeden Skandal, den die Finanzwelt bereithielt. Die neuen Eigner waren schwerlich in der Lage, den Ruf Oppenheims reinzuwaschen. Dafür ist die Deutsche Bank schlicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt – auch in der Hoffnung, zumindest den eigenen Namen retten zu können.