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19.09. | 2014

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Fidelity-Fondsmanager David Ganozzi: "Die Zinsen sind meine größte Sorge"

©: Fidelity

David Ganozzi, Fondsmanager des Fidelity Patrimoine: "Bis Jahresende wird sich vermutlich ein weniger günstiges Marktumfeld bieten."

Sind Aktien auch nach fünf langen Hausse-Jahren noch immer preiswert? Was ist das aktuell größte Risiko für Investoren – und wie wird Europa in Zukunft aussehen? Ein Gespräch mit David Ganozzi, Fondsmanager des Fidelity Patrimoine.

David Ganozzi ist seit Beginn der Nullerjahre Manager des Fidelity Patrimoine. Der Fonds investiert ganz nach vermögensverwaltender Tradition in Aktien, Rohstoffe, Anleihen und Geldmarkttitel – und das weltweit. Die Ergebnisse entsprachen trotz der breiten Streuung lange Zeit nicht den Vorstellungen von Fidelity und Ganozzi, bis die Strategie vor rund drei Jahren grundlegend verändert wurde, und der Fonds schließlich doch in die Erfolgsspur fand. Inzwischen hat der Fonds die Marke von einer Milliarde Euro deutlich überschritten. Im Interview erzählt Ganozzi, wie er das Marktumfeld aktuell einschätzt und wie er sein Portfolio danach ausrichtet.

Herr Ganozzi, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich schlägt in ihrem aktuellen Quartalsbericht neuerlich Alarm: Die niedrige Volatilität veranlasse Investoren dazu, zu hohe Risiken einzugehen. Zurecht?

David Ganozzi: Es stimmt, dass die Volatilität in den letzten Jahren niedrig war. Ich sehe darin aber eher eine Normalisierung der Finanzmärkte nach einer sehr schwierigen und volatilen Phase. Die Frage ist nicht, wie hoch die Volatilität ist, sondern wie die Märkte bewertet sind. Speziell mit Blick auf die Aktienmärkte gibt es in dieser Frage beruhigende Nachrichten. Ich sage nicht, dass Aktien heute günstig sind, sie sind aber auch nicht fehlbewertet. Es gibt heute keine Blase an den Märkten. Meine größte Sorge als Fondsmanager gilt im Moment dem Zinsniveau und der Frage, wo die Zinsen in Zukunft stehen werden.

Wie lautet Ihre Antwort?

Ganozzi: Wie sind an einem Punkt angelangt, an dem die Zentralbanken und allen voran die Federal Reserve beginnen, ihre Geldpolitik auf ein gewöhnliches Maß zurückzuführen. Das heißt, dass in den kommenden Monaten und Jahren mit einem Zinsanstieg zu rechnen ist. Für die Finanzmärkte ist das in nächster Zeit die zentrale Herausforderung, da höhere Zinsen natürlich ein ungünstigeres Umfeld darstellen.

Ein Ende der lockeren Geldpolitik scheint momentan aber nur in den USA ein echtes Thema zu sein.

Ganozzi: Richtig. In Europa und Japan ist die Situation völlig anders. Man darf aber nicht vergessen, dass die USA der dominante Markt sind, und was immer dort passiert, ist relevant für alle entwickelten Märkte. Selbst wenn die EZB und die Bank of Japan ihre Zinsen noch länger niedrig halten, am langen Ende bestimmen die Märke über die Zinsen, und wenn die langfristigen Zinsen in den USA steigen, wird das wahrscheinlich auch Einfluss auf Europa und Japan haben.

Lassen Sie uns den Blick einmal etwas weiter nach vorne richten: Kann Europa zukünftig mit den aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften und den USA Schritt halten?

Ganozzi: Langfristig wird Europa sicher ein einflussreicher Teil der Weltwirtschaft bleiben, denn es gibt nach wie vor sehr viele mächtige Unternehmen im Finanzdienstleistungs- und Industriesektor. Im Moment befinden wir uns aber in keiner besonders günstigen Position. Die zentralen Themen, die in unmittelbarer Zukunft anzugehen sind, sind die Budget- und Geldpolitik. Die EZB scheint nun von einer bis zuletzt tendenziell konservativen zu einer proaktiveren Politik überzugehen. Darüber hinaus gibt es noch eine Menge in Bezug auf die ökonomische Integration zu tun, es herrscht nach wie vor eine große Divergenz zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten.

Es ist nicht nur der Status quo, der beunruhigt. Die Schere scheint sich sogar noch weiter zu öffnen, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich.

Ganozzi: Hinter der französischen Wettbewerbsfähigkeit stehen zweifelsohne ein paar Fragezeichen. Ich würde aber vorsichtig sein damit, ein Land ein für alle Mal abzuschreiben. Erinnern Sie sich, vor zehn Jahren war Deutschland noch der kranke Mann in Europa. Die Zeiten ändern sich eben.

Europa erlebt gerade ein Erstarken national gesinnter Separationsbewegungen. In welche Richtung wird sich die Europäische Gemeinschaft in den nächsten Jahren bewegen?

Ganozzi: Europa befindet sich seit den 1950ern in einem fortdauernden Integrationsprozess und ich glaube, dass dieser auch weiter voranschreiten wird. Es dauert, aber es geht voran. Die Sache ist die: Menschen neigen gerade in schwierigen Zeiten dazu, Europa für ihre Probleme verantwortlich zu machen.

Der Fidelity Patrimoine ist ein breit diversifizierender Fonds, der von Cash bis hin zu Aktien in sämtliche Anlageklassen des klassischen Multi-Asset-Universums investiert. Wie haben Sie den Fonds im aktuellen Marktumfeld positioniert?

Ganozzi: Es war ein überraschend gutes Jahr bis hierhin. Auf der Bondseite dürfte der Spielraum aber nun geringer werden. Bis Jahresende wird sich vermutlich – vom aktuellen Niveau ausgehend – ein weniger günstiges Marktumfeld für den Fonds bieten. Ich sehe Aktien nach wie vor als die meistbegünstigte Anlageklasse. Das gilt vor allem für Aktien aus den USA und bedingt auch für Japan. In Europa und den Emerging Markets ist der Fonds derzeit untergewichtet.

Vielen Dank für das Gespräch. (dw)


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