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12.05. | 2014

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First Private IM: Ruf nach Erhöhung des Portfoliorisikos ist leichtfertig

©: First Private Investment Management

Richard Zellmann, Geschäftsführer von First Private Investment Management

Wer das Risiko seines Portfolios nicht erhöhen und dennoch Renditechancen nutzen möchte, sollte den verlorenen Zins durch Alpha ersetzen, meint Richard Zellmann, Geschäftsführer von First Private Investment Management, in einem Gastbeitrag für FONDS professionell ONLINE.

Viel wird in diesen Tagen über den mageren Zins lamentiert, der für die Finanzmärkte nun schon zum Dauerbegleiter geworden ist. Richtig ist, dass mit dem Kupon gewissermaßen der Stoßdämpfer für das Portfolio verloren gegangen ist. Als Anleihen noch deutlich mehr laufenden Zins mitbrachten, konnte man mit diesem sicheren Ertrag auf Portfolioebene ein Risiko an anderer Stelle aufnehmen. Ginge man heute das gleiche Risiko ein, läge das Portfolio deutlich weniger robust in der Kurve, meint Richard Zellmann, Geschäftsführer von First Private Investment Management. Wie aber lautet die allgemein anerkannte Lösung für das Problem der Niedrigzinsen? Erstaunlicherweise wird die Erhöhung des Risikos als zielführend propagiert, nicht die Absenkung. Der Hintergrund: Man orientiert sich an Zielerträgen, nicht an der Beibehaltung des Risikoprofils. Dieses Vorgehen wird noch manchen Anleger verwundern, ist sich der Experte sicher.

Fakt ist, dass der Zins als Puffer fehlt. Aber möglicherweise ist der niedrige Zins nicht nur das Problem, sondern auch Teil der Lösung: In Zeiten struktureller Niedriginflation, wird es deutlich interessanter, Mehrwert durch Aktienselektion zu erzielen. Es ist sinnvoller, den fehlenden Zins durch "Alpha" zu ersetzen, der aktiven Aktienrendite gegenüber einem Index – als durch mehr "Beta", also zusätzlichen Aktienmarktrisiken. Das gilt im Allgemeinen, im Besonderen aber für dividendenstarke Aktien auf dem europäischen Kontinent. Denn bei wenig Inflation und geringem Zins werden gerade solide Titel mit hohen Dividenden gesucht bleiben. Wer die Richtigen findet, hat einen Teil des Zinsproblems gelöst.

Aktienselektion profitiert von inflationsarmem Wachstum
Wie lange bleiben die Zinsen noch niedrig? Oder stehen wir vor der Zinswende? Die makroökonomischen Rahmenbedingungen deuten aus unserer Sicht auch mittelfristig auf niedrige Inflationsraten hin. Die Weltwirtschaft bleibt nachhaltig disinflationär und zwingt die Notenbanken auch in Zukunft zu vorsichtigem Vorgehen und per Saldo expansiver Gangart. Zu stark wirkt der anhaltende Abbau der Verschuldung, der immer wieder Nadelstiche für das Wirtschaftswachstum bedeutet. Zu dominant sind die Überkapazitäten in der Industrie, die nicht nur in der westlichen Welt, sondern zunehmend auch in Asien die Teuerung drücken.

Es müsste zu einer erheblichen Wachstumsbeschleunigung kommen, wenn Inflation in diesem Jahrzehnt noch ein Thema werden soll. Die USA wachsen bereits seit fünf Jahren. Diese Zeitspanne reicht schon an die sechs Jahre heran, die ein Aufschwung durchschnittlich historisch gedauert hat, ohne dass die Notenbank Fed das Ziel höherer Inflation erreicht hätte. Indessen hat sich in Europa während des zarten Aufschwungs die Inflation sogar nochmals markant reduziert. Eine erhebliche Verselbständigung des Wachstums wäre nötig, um nur ansatzweise Inflationsdruck zu erzeugen.

Dividendenstarke Aktien profitieren besonders
Grundsätzlich sind das zwar keine schlechten Nachrichten für Aktien. Ein "Stop-and-Go"-Wachstum mit temporären Unterbrechungen und ohne Inflation ist im Grunde sogar ein Idealszenario. Allerdings ist der aktuelle Bullenmarkt schon einige Jahre alt, was typischerweise zu mehr Volatilität führt. Die Positionsgewinne sind härter umkämpft, da die Argumente nicht mehr so klar auf dem Tisch liegen und die Bewertungen gestiegen sind. Die jüngsten Turbulenzen in globalen Technologiewerten, die zuvor zum Teil historisch hohe Bewertungen erreicht hatten, sind ein Vorbote dieser Phase. Behält man den Überblick und konzentriert sich auf antizyklisches Vorgehen, wird man gerade von dieser ansteigenden Nervosität profitieren und durch Aktienselektion Mehrwert schaffen können. Aktien im Euroraum glänzen dabei mit attraktiven Dividendenrenditen von zum Teil über vier Prozent und günstigeren Bewertungen.

Alpha kann fehlenden Kupon als Portfoliopuffer teilweise ersetzen
Und wenn es doch zur aus unserer Sicht unwahrscheinlichen, dynamischen Zinswende kommt? Selbst dann ist die Erhöhung des Alphaexposures, also des Stock-Pickings, mit hoher Wahrscheinlichkeit sinnvoller und ertragreicher als eine simple Erhöhung des Aktienmarktrisikos. Denn eine Zinswende würde allemal den Aktienmarkt insgesamt spürbar belasten.

Fazit: Wer das Risiko seines Portfolios allem Marktgeschrei zum Trotz nicht erhöhen und dennoch Renditechancen nutzen möchte, sollte den verlorenen Zins durch Alpha ersetzen, also seine Aktienselektion noch aktiver umsetzen. (mb)


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