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27.01. | 2015

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"Der reale Verlust von Vermögen kann keine sinnvolle Zielsetzung sein"

©: Sauren

Eckhard Sauren: "Das Zinstief wirkt sich nicht nur auf Bankeinlagen, sondern auf viele andere Anlageklassen aus."

Mit seinem gerade erschienenen Buch "Die Zinsfalle" will Eckhard Sauren einen Beitrag zur Anlegeraufklärung leisten. Auf rund 260 Seiten erklärt er, welchen Gefahren ein investiertes Vermögen heute ausgesetzt ist und wie die Risiken im derzeitigen Zinsumfeld einzuschätzen sind.

Für dicke Schlagzeilen in den Medien hat im vergangenen Jahr das Thema "Negativzinsen" gesorgt. Bisher für fast alle Anleger und Berater undenkbar, ist diese Form der Strafverzinsung auf Bankeinlagen oder Festgelder innerhalb kurzer Zeit zur Realität geworden, und Investoren sind, wenn auch oft noch nicht direkt so doch indirekt, über Produkte, in die sie investieren, bereits davon betroffen. "Das Zinstief wirkt sich nicht nur auf Bankeinlagen, sondern auf viele andere Anlageklassen aus", erklärt dazu Eckhard Sauren und befürchtet: "Gut möglich, dass weitere Themen und Probleme folgen, die heute noch unvorstellbar sind." 

Deshalb rät der Kölner Vermögensverwalter Anlegern, sich am besten schon jetzt mit der durch extreme Niedrigzinsen entstandenen "Zinsfalle" und deren möglichen Folgen zu beschäftigen, noch bevor diese Realität werden. Sauren und sein Team wollen dazu selbst einen Beitrag zur Hilfestellung leisten, hieß es aus Köln anlässlich der Vorstellung des neuen Buchs mit dem Titel "Die Zinsfalle" (alle wesentlichen Informationen zum Buch finden unsere Leser weiter unten). Fünf Fragen an Eckhard Sauren über sein neues Buch. 

Herr Sauren, obwohl das Niveau extrem niedriger Zinsen derzeit in aller Munde ist, sehen die meisten Deutschen offenbar kein wirkliche Veranlassung, ihre Geldanlagen zu überprüfen. Wie erklären Sie sich das?

Eckhard Sauren: Das ist vor allem dadurch zu erklären, dass sich nur wenige Anleger gerne mit Anlagethemen beschäftigen und nur eine Minderheit glaubt, über gute Finanzkenntnisse zu verfügen. Deshalb hält aktuell die Mehrheit der Anleger traditionell an – aus ihrer Sicht – sicherheitsorientierten Anlagen fest, die jedoch nur geringe Erträge erzielen oder sogar real, also nach Abzug der Inflation, zu einem Vermögensverlust führen.

Glauben Sie denn, dass man daran mit einem Buch etwas ändern kann?

Sauren: Aus den Gesprächen mit unseren Kunden und Geschäftspartnern, ist uns bewusst geworden, dass eine weitreichende und möglichst umfassende Aufklärung der Anleger wirklich Not tut. Wir sind davon überzeugt, dass bei vielen ein klarer Handlungsbedarf besteht und eine Optimierung des Portfolios dringend geboten ist. Deshalb haben wir uns mit diesem Buch daran gemacht, die gravierenden Auswirkungen der aktuellen Situation unter die Lupe zu nehmen. Der reale Verlust von Vermögen kann doch keine sinnvolle Zielsetzung sein. Deshalb haben wir alle relevanten Anlageformen, die wir in den verschiedenen Kapiteln des Buchs analysiert haben, einer ausführlichen Bewertung unterzogen, die auch der Privatanleger versteht. Dabei konnten wir zeigen, dass die meisten Anlegerportfolios in der Zinsfalle stecken und ein für die Zukunft sinnvoll ausgerichtetes Portfolio deutlich von den derzeit bestehenden Investments der meisten Investoren abweicht. 

Was genau meinen Sie mit "klarem Handlungsbedarf"?

Sauren: Verschiedene Umfragen über das aktuelle Sparverhalten der Bundesbürger zeigen, dass sicherheitsorientierte Anlageformen sich nach wie vor größter Beliebtheit erfreuen. Trotz der niedrigen Zinsen stehen das Sparbuch, Tagesgeld- und Terminmarktkonto in der Beliebtheitsskala immer noch an oberster Stelle. Lebens- und Rentenversicherungen bleiben trotz sinkender Renditen beim Anleger beliebt und nehmen den zweiten Platz in der Beliebtheitsskala ein. Nur aus der Angst heraus, mit riskanteren Anlageformen einen möglichen Verlust hinnehmen zu müssen, ziehen viele Anleger solche vermeintlich sicherheitsorientierten Anlageformen vor. Allerdings ist vielen Anlegern nicht bewusst, dass diese defensiven Anlagestrategien in der Regel mit erheblichen Renditeneinbußen verbunden sind. 

Wo liegen die größten Fehler?

Sauren: Die meisten Anleger sind zufrieden, solange sie einen nominalen Zuwachs des Vermögens erzielen. Sie betrachten dabei jedoch selten, dass sie nach Abzug der Inflation real möglicherweise einen Kaufkraftverlust erleiden. Es wird also deutlich, dass sich viele Anleger entweder zu Unrecht mit ihrer aktuellen Geldanlage wohlfühlen oder schlicht und ergreifend keine Lust haben, sich damit zu beschäftigen. Wir geben den Lesern unseres Buchs zum Beispiel eine Möglichkeit, selbst auf einfache Weise zu errechnen, wie wichtig eine Optimierung des bestehenden Kapitals ist. Anhand einer Übersicht, die zeigt, wie lange eine Verdoppelung des Startkapitals bei unterschiedlichen Zinssätzen dauert, wird das sehr schnell deutlich. Dadurch wollen wir Anleger ermutigen, sich mit ihrem Portfolio zu beschäftigen und sich die Frage zu stellen, ob sie denn tatsächlich heute so investiert sind, wie sie es eigentlich sein möchten. Anhand einer Selbstanalyse können die Leser feststellen, wie weit sie persönlich von der Zinsfallen-Thematik betroffen sind. Wer diesen Prozess mit etwas Selbstdisziplin durchläuft, wird aller Voraussicht nach feststellen, dass auch sein Portfolio in der Zinsfalle steckt. 

Geben Sie uns doch ein paar konkrete Zahlen, anhand derer die Problematik greifbar wird.

Sauren: Bei einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,5 Prozent sind 139 Jahre nötig, um das eingesetzte Kapital zu verdoppeln. Gelingt es beispielsweise durch effizientere Kapitalanlagen, den Durchschnittszinssatz auf nur zwei Prozent zu steigern, so benötigt der Anleger nur noch 35 Jahre zur Kapitalverdopplung. Für fast alle Anleger ist es daher effizienter, sich einige Stunden mit ihrer Kapitalanlage zu beschäftigen, als lange dafür zu arbeiten. Gelingt es beispielsweise bei einem Startkapital von 50.000 Euro, die Rendite um 1,5 Prozent zu steigern, ergibt sich daraus ein Vorteil von 750 Euro pro Jahr vor Steuern. Wenn das über 15 Jahre gelingt, bedeutet das einen Mehrertrag vor Steuern von 11.250 Euro. Unter Berücksichtigung der Zinseszinsen beträgt der höhere Kapitalzuwachs sogar 12.500 Euro. Selbst bei einem Stundenlohn von 40 Euro müsste ein Kapitalanleger circa zwei Monate arbeiten, um einen vergleichbaren Ertrag zu erzielen.

Vielen Dank für das Gespräch. (hh)


Das Buch "Die Zinsfalle – Die neue Bedrohung für konservative Anleger – Gefahren für das Portfolio erkennen und vermeiden", erscheint heute zum Preis von 19,99 Euro als gebundene Ausgabe wie auch als E-Book im Finanzbuch-Verlag.


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