Während das Thema Wasser für Investoren bereits eine große Rolle spielt, findet Abfall wenig Anerkennung – selbst in Nachhaltigkeitsfonds. "Wenn es um die Probleme der Urbanisierung geht, denken viele an sichtbare Phänomene wie Luftverschmutzung. Wie groß das Abfallproblem ist, wird oft vergessen. Dabei ist Müll die Kehrseite von Konsum, und der steigt mit dem rapiden globalen Wachstum der Mittelschicht ebenso kräftig an", sagt der verantwortliche Fondsmanager Bertrand Lecourt zu FONDS professionell ONLINE. "Wir gehen davon aus, dass sich das Marktvolumen der Firmen im Abfall-Sektor innerhalb der kommenden 20 Jahre verdreifacht", so Lecourt.

Nicht nur Fidelity ist auf dieses Wachstumspotenzial aufmerksam geworden. Das verdeutlicht eine der Top-Positionen im Fidelity Sustainable Water and Waste Fonds: Waste Management Inc., das größte private Abfallunternehmen der USA, hat dank soliden Managements und guten Wachstums in den vergangenen Jahren stets die Wünsche anspruchsvoller Investoren übererfüllt. Microsoft-Gründer Bill Gates – Trendsetzer auch abseits der IT-Welt – hält über verschiedene Vehikel mehr als sieben Prozent an dem Unternehmen.

Prognose mit Folgen: 70 Prozent werden in Städten leben
Bis zum Jahr 2050 sollen voraussichtlich über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben, eine Herausforderung sowohl für entwickelte Nationen, die ihre veraltete Infrastruktur anpassen müssen, als auch für aufstrebende Märkte, die in neue Lösungen investieren müssen: Jede Stadt wird schnell lahmgelegt, wenn sie der Wasser- und Abfallwirtschaft nicht den entsprechenden Rang einräumt, wie man in vielen italienischen Orten sieht.

Der Fidelity-Fondsneuling investiert global ausschließlich in Aktien. Anfangs sollen rund 50 bis 55 Prozent des Volumens in den USA veranlagt sein, der Rest in Europa und Asien. In den kommenden Jahren werden sich die Investments zusehends weg von den USA in Richtung Emerging Markets verschieben, so Lecourt, der auf die dort rasch wachsende Mittelschicht verweist.

Noch nicht bekannte Marktführer
Während die Top-Picks im Fonds wie Waste Management Inc. oder American Water Works vom Markt bereits große Aufmerksamkeit erhalten, gebe es gerade im Segment Abfall viele ungeratete und kaum wahrgenommene Unternehmen, so Lecourt. Es sei eine der Aufgaben des Fondmanagements, kleine Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial zu identifizieren, beziehungsweise solche, die hohe Chancen haben, in einigen Jahren Marktführer zu werden. Der Fonds kann entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Wasser- und Abfallmanagements investieren – in Services oder Produkte, aber auch in neue Technologien, die themenspezifische Probleme bewältigen.

Im Bereich Wasser sei die Qualtität der Unternehmen "etwas fortgeschrittener", sagt Lecourt. Aber die Abfallsektor hole auf. Gerade im Abfallbereich entstehen zahlreiche innovative Unternehmen, die sich mit immer dringender werdenden Lösungen für Probleme wie Plastikvermeidung oder -recycling beschäftigen. "Vor 30 Jahren waren es nur 50 gelistete Unternehmen, auf die wir zurückgreifen konnten, jetzt haben wir ein Universum von 330. Die Anzahl wächst ständig und die Qualität ebenso", sagt Lecourt.

Der Fonds ist nach Unternehmens-Angaben mit der expliziten Kombination von Abfall und Wasser ein Unikat. "Es ist aus meiner Sicht eine Verschränkung die den Zeitgeist trifft: Erstens muss die Gesellschaft das Thema Abfall mehr berücksichtigen, es ist zweitens vom Momentum her ein guter Investmentzeitunkt und drittens ist es eine gute Impact-Möglichkeit für Anleger. Es ist ein Investment, das auch von der Nachhaltigkeit her Sinn macht", so Lecourt. (eml)