Die Allianz möchte mit einer neuen Lebensversicherung bei jungen Leuten punkten. Daher hat sie eigens für diese Gruppe eine digitale Police entwickelt, die eine ähnliche Flexibilität wie ein Sparbuch bieten soll. "Wir haben intensive Kundenbefragungen durchgeführt und festgestellt, dass es eine Zielgruppe gibt, die wir nicht systematisch erreichen: Jüngere Menschen, die großen Wert auf Flexibilität legen und ein voll digitales Angebot wollen", sagt Volker Priebe, Vorstand der Allianz Leben gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. 

Damit scheinen die beiden Testballons für digital abschließbare Lebensversicherungen, die Deutschlands größter Versicherer im vergangenen Jahr starte, in die Tat umgesetzt zu werden. Welche Elemente der Versuchsprodukte Allvest und Simplyfour in die neue Police fließen, ist aber nicht bekannt. Aus der dpa-Meldung ist lediglich zu entnehmen, dass die Police sowohl flexible Ein- als auch Auszahlungen bietet. Zudem garantiert der Versicherer die eingezahlten Beiträge zum 67. Geburtstag des Vertragsnehmers. Im Todesfall werde der vorhandene Wert ausgezahlt, so wie er sich aus den eingezahlten Beiträgen entwickelt hat.

Hintergrund der Bemühungen der Allianz ist der Meldung zufolge der schwierige Markt für Lebensversicherungen: Ende 2017 gab es 84,1 Millionen Verträge in Deutschland – zwölf Millionen dieser Policen hat die Allianz in den Büchern. 2013 waren es laut dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft noch 89,6 Millionen Policen. Besorgniserregend ist aus Sicht der Branche vor allem die anhaltend sinkende Zahl der Neuabschlüsse. Die ist seit 2014 um gut zehn Prozent zurückgegangen, von damals 5,5 auf 4,9 Millionen neue Verträge im vergangenen Jahr. (jb)