Apano Investments aus Dortmund ist einst als Spezialist für Trendfolge- und Hedgefonds gestartet. Um das eigene Angebot zu diversifizieren, haben sich die Verantwortlichen des Bafin-regulierten Instituts allerdings in den vergangenen Jahren verstärkt damit beschäftigt, die eigene Angebotspalette zu erweitern, ohne sich dabei allzu weit von der Grundidee der Trendfolge- und Hedgefonds wegzubewegen, sprich Kundengelder möglichst sicher und rentabel zu investieren und dabei vor allem unabhängig von den Bewegungen an den Aktienmärkten –  gerade den negativen – zu bleiben.

Bereits seit einigen Jahren ist Apano an Ovidpartner beteiligt, einem Spezialanbieter von Infrastrukturfonds. Über das Netzwerk von Ovidpartner kam es zum Kontakt mit der Schweizer Signina Capital, einem Spezialisten für Investments in Wasserinfrastruktur. Anfang 2016 initiierte Apano erstmals eine Wasser-Infrastruktur-Anleihe mit einer auch schon damals beachtlichen Basisverzinsung von jährlich 5,5 Prozent. Inzwischen ist die dritte öffentliche Anleihe emittiert, bei der Basisverzinsung von jährlich 5,5 Prozent ist es geblieben, die Laufzeit beträgt sieben Jahre. Und im Sommer soll bereits die vierte Emission an den Markt gehen. Das Anlagethema Wasser wird aber weiterhin durchaus kontrovers diskutiert. Anlass genug, Apano-Geschäftsführer Markus Sivers zu einem Gespräch zu bitten.

Herr Sievers, Investitionen in Wasser rufen mit schöner Regelmäßigkeit Kapitalismuskritiker auf den Plan. Haben die sich bei Ihnen schon gemeldet?

Markus Sievers: Ja, durchaus. Allerdings geht die Kritik von falschen Vorstellungen aus in Bezug auf die Art und Weise, wie wir in Wasser investieren. Der Zugang zu sauberem Wasser ist lebensnotwendig und die Sicherung dieses Zugangs ist in Deutschland eine Kernaufgabe staatlicher Daseinsvorsorge. 99 Prozent der deutschen Bevölkerung sind an eine öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen. Dementsprechend ist die Wasserversorgung in Deutschland in öffentlicher Hand, und das ist gut so und vorbildlich. Es gibt allerdings auch Länder, in denen die Wasserwirtschaft privatwirtschaftlich organisiert ist. Der angelsächsische Kulturbereich zum Beispiel hat andere Vorstellungen als wir in Deutschland. Man begründet beispielsweise in den USA und Kanada die Privatisierung der Wasserbewirtschaftung mit der Überzeugung, dass privatwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlicher arbeiteten als staatliche Monopole.

Darf man daraus schließen, dass Anleger über Ihre Wasser-Infrastruktur-Anleihe insbesondere in Nordamerika investiert sind?

Sievers: Das ist richtig, über unsere Anleihe investieren Anleger in ein Portfolio aus gleich mehreren bestehenden Wasser-Infrastruktur-Objekten in den USA und Kanada, denn insbesondere dort gibt es noch viel zu tun, weil – wer hätte das vermutet – immer noch zu viele Schadstoffe versickern, und auch Kläranlagen arbeiten hinsichtlich ihres Wirkungsrades unter den Standards, die heute möglich sind. Von daher liegen die Schwerpunkte auf Themen wie Wasserkraft, aber auch Wasseraufbereitung und Versorgungsinfrastrukturen. Wir investieren entsprechend in Infrastruktur und kaufen keine Wasserquellen oder ähnliches, wie manche der von Ihnen erwähnten Kapitalismuskritiker auf den ersten Blick vermutet hatten. Es ist im Gegenteil sogar so, dass wir mit den Projekten die sogenannten "Green Bonds"-Prinzipen erfüllen und damit auch ein Zeichen in Bezug auf die Nachhaltigkeit setzen.

Und wie unterscheidet sich nun Ihre Wasser-Infrastruktur-Anleihe konkret von klassischen Beteiligungsformen?

Sievers: Anleger partizipieren mit der Wasser-Infrastruktur-Anleihe an bewährten Technologien in Zusammenarbeit mit großen und bekannten Herstellern und Betreibern. Zudem werden ausschließlich bereits bestehende, funktionierende Wasser-Infrastruktur-Anlagen, die zuvor immer im Einzelfall intensiv geprüft wurden, ausgewählt. Ein Bau- oder Genehmigungsrisiko ist somit ausgeschlossen. Darüber hinaus werden in der Wasser-Infrastruktur-Anleihe mehrere Projekte gebündelt. Das unterscheidet uns deutlich von anderen Lösungen, die meist lediglich eine konkrete Anlage beinhalten, die zudem oft noch in der Planungs- und Konstruktionsphase steckt. Daneben gibt es natürlich Wasserinvestments auch in Form von Aktienfonds. Aus unserer Sicht ist eine solche Lösung nicht zielführend, da damit keine Unabhängigkeit von den Aktienmärkten ermöglicht wird.

Können Sie uns hier ein paar konkrete Beispiele für Investitionen nennen?

Sievers: Investiert wird in verschiedene Projekte im Bereich der Wasser-Infrastruktur. Dazu können Wasserkraftwerke, Filtrations- und Entsalzungsanlagen genauso gehören wie Unterhaltsvereinbarungen oder Wasserversorgungsinfrastruktur. Die Größe der einzelnen Projekte liegt zwischen 20 und 120 Millionen US-Dollar. Wegen der rechtlichen Stabilität und der damit verbundenen Sicherheit liegt der Fokus auf den USA und Kanada. Sämtliche Projekte werden mit Gemeinden, US-Bundesstaaten und Regierungen durchgeführt. Ganz konkret sind im aktuellen Portfolio zum Beispiel ein Wasserkraftwerk in Marseille am Illinois River in den USA oder nachhaltige Abwassersysteme in verschiedenen Gemeinden der Region Ontario in Kanada, beispielsweise in der Stadt Ottawa oder Simcoe County, zu nennen. Da alle Anlagen in Kanada liegen, befindet sich der Großteil der Verträge in Gemeinden, die von den Ratingagenturen mit A oder höher eingestuft wurden. Außerdem gibt es zahlreiche Gemeinden, die nicht verschuldet sind. Grundsätzlich nicht investiert wird in Beteiligungen an Projekten mit großen Auswirkungen auf die Umwelt, die bedeutende Bauprojekte erfordern oder eine Beeinträchtigung der Tier- und Pflanzenwelt bedeuten. Diese sind aufgrund der gelebten Grundsätze des Beraters der Wasser-Infrastruktur-Anleihe, der Signina Capital, die für die Auswahl der Projekte verantwortlich ist, ausgeschlossen.

Welchen Nutzen haben Anleger, die in die Wasser-Infrastruktur-Anleihe investieren?

Sievers: Zuallererst investieren sie in eine funktionierende Investmentstrategie. Im Frühjahr 2016 boten wir im Rahmen einer Privatplatzierung erstmalig eine Wasser-Infrastruktur-Anleihe mit einer Basisverzinsung von jährlich 5,5 Prozent an. Die ersten Ausschüttungen an die Kunden sind im November 2016 und danach halbjährlich geflossen. Die erwarteten 5,5 Prozent sind erreicht, sogar leicht übertroffen worden. Es folgte die erfolgreiche öffentliche Platzierung der Wasser-Infrastruktur-Anleihe 1, 2 und 3. Alle Anleihen schütten planmäßig oder leicht über Plan aus. Außerdem können Anleger damit kalkulieren, unabhängig von der Konjunktur- und Marktentwicklung zu investieren. All das passt zu unserem Ansatz, Anlagelösungen anzubieten, die sich unabhängig von den Börsen entwickeln können und Anlegern die Möglichkeit bieten, auch in Negativphasen der Märkte stabil zu investieren. Für den Sommer dieses Jahres ist übrigens bereits die Anleihe 4 in Vorbereitung.

Und was sind die Risiken, die bei der Investition beachtet werden müssen?

Sievers: Das Kapital ist für sieben Jahre in der Wasser-Infrastruktur-Anleihe gebunden. Obwohl das für diese Art Investment eine verhältnismäßig kurze Laufzeit ist, ergeben sich hieraus mögliche Risiken: Natürlich sind Zinszahlungen und die Rückzahlung, wie eigentlich immer, vom wirtschaftlichen Erfolg des zugrundeliegenden Portfolios, in diesem Fall des Infrastrukturportfolios, abhängig. Die Zahlungsströme basieren auf laufenden Anlagen mit langfristigen Verträgen mit einer Laufzeit von bis zu 44 Jahren. Darüber hinaus sind die Zahlungsströme weitestgehend inflationsgeschützt, das heißt bei steigender Inflation würden die Zahlungen entsprechend erhöht werden.

Für welchen Anlegertyp ist die Wasser-Infrastruktur-Anleihe aus Ihrer Sicht besonders geeignet?

Sievers: Mit der Wasser-Infrastruktur-Anleihe erhalten Privatanleger, aber auch kleinere institutionelle Investoren wie Stiftungen oder Pensionskassen die Möglichkeit, sich bereits mit vergleichsweise geringen Anlagesummen an ausgewählten und bereits bestehenden Wasserinfrastruktur-Projekten zu beteiligen. Die Mindestanlagesumme beträgt 5.000 Euro. Von daher kann die Wasser-Infrastruktur-Anleihe für Anleger interessant sein, die regelmäßige Erträge erzielen und möglichst unabhängig vom Auf- und Ab der Börsen bleiben möchten. Trotzdem sollten sich Investoren natürlich ein gründliches eigenes Bild machen und nur gut überlegt ein Investment über sieben Jahre tätigen. Für unerfahrene Investoren ist das Produkt daher sicher nur eingeschränkt geeignet. (hh)