Apo Asset Management aus Düsseldorf bringt am 1. Juni den weltersten Publikumsfonds auf den Markt, der sich auf Aktien aus dem Digital-Health-Segment spezialisiert. Unter diesem Schlagwort wird die Verschmelzung der beiden Megatrends Gesundheit und Digitalisierung verstanden. Entsprechende Unternehmen agieren etwa in Bereichen wie Krankenhaus-IT, Telemedizin oder medizinischen Dienstleistungen auf mobilen Endgeräten.

"Weder der Healthcare- noch der Digitalisierungs-Trend sind neu. Doch die Kombination beider Trends ist erst seit Kurzem ein großes Thema", so Hendrik Lofruthe, einer der beiden Portfoliomanager des Fonds, am Freitag bei einem Pressegespräch in Köln. "Die Gesundheitsbranche hinkt anderen Branchen in Sachen Digitalisierung deutlich hinterher." Lofruthe verweist darauf, dass nur rund 15 Prozent aller Gesundheitsausgaben auf Medikamente zurückzuführen seien. Der Rest entfalle unter anderem auf Krankenhäuser, Arztbesuche oder die Verwaltung. Gerade in der Administration gebe es riesiges Einsparpotenzial.

Kleines Universum
An der Börse sind dem Anbieter zufolge rund 150 Unternehmen zu finden, die Geschäftsmodelle an dieser Schnittstelle von Digitalisierung und Gesundheitswesen verfolgen. "Das Universum wächst jedoch schnell, weil zahlreiche neue Firmen in diesem Bereich Chancen sehen", sagt Kai Brüning, der den Fonds als leitender Portfoliomanager verantwortet.

Das Portfolio des Fonds wird rund 60 Aktien umfassen. Geht es um Investments in etablierte Unternehmen, orientiert sich der Anlageprozess an klassischen Kennzahlen wie Umsatzwachstum, Gewinn, Cashflow oder Kurs-Gewinn-Verhältnis. "Bei jungen Firmen, die noch keinen Gewinn ausweisen, helfen solche Zahlen allerdings kaum weiter", sagt Lofruthe. "Mit Blick auf solche Unternehmen diskutieren wir mit unserem wissenschaftlichen Beirat, ob es sich tatsächlich um ein tragfähiges Geschäftsmodell handelt." Ein Mitglied dieses Gremiums ist Markus Müschenich, Gründer des Bundesverbands Internetmedizin und Chef der Startup-Schmiede "Flying Health Incubator", die junge Unternehmen aus dem Digital-Health-Bereich fördert.

Auch Google, Siemens oder Philips dürfen ins Portfolio
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktien im Modellportfolio, das Apo AM vor Auflage des Fonds bestückt hat, beträgt Brüning zufolge rund 24. Das liegt über dem des breiten Marktes, weist aber doch darauf hin, dass viele Unternehmen bereits profitabel sind, der Kurs also nicht nur aus Phantasie gespeist wird. Die Dividendenrendite des Modellportfolios liegt bei 0,8 Prozent. "Das zeigt, dass Digital Health ein klares Wachstumsthema ist und nichts für Investoren, die auf hohe Dividenden aus sind", sagt Lofruthe.

Für den Fonds kommen auch große IT- und Industriewerte wie Google, Siemens oder Philips in Frage. "Ein Unternehmen qualifiziert sich für unseren Fonds, wenn mindestens 25 Prozent des Umsatzes oder des Forschungsetats dem Gesundheitssektor zuzuordnen sind", sagt Brüning. Die Blue-Chips sollen helfen, das Portfolio zu stabilisieren. "Sie werden aber nie unter den größten zehn Werten des Fonds zu finden sein", betont er.

Fonds ergänzt die bisherige Produktpalette
Die Portfoliomanager orientieren sich nicht an einem offiziellen Vergleichsindex. Intern verwenden sie eine Messlatte, die je zur Hälfte aus dem MSCI-Index für IT- und Healthcare-Titel besteht.

Apo AM ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und der Deutschen Ärzteversicherung und hat sich auf Investments in den Gesundheitssektor spezialisiert. Flaggschifffonds ist der 2005 aufgelegte Aktienfonds Apo Medical Opportunities, der inzwischen rund 450 Millionen Euro verwaltet. "Fünf bis zehn Prozent dieses Fonds sind dem Thema Digital Health gewidmet", sagt Brüning. "Das wird auch so bleiben." Der neue Apo Digital Health sei daher nicht als Konkurrenz zu anderen Apo-Fonds zu sehen, sondern als Ergänzung bisherigen Produktpalette.

Erste Kapitalzusagen liegen schon vor
Das Volumen des Fonds soll zum Start bei rund 20 Millionen Euro liegen – erste große Kapitalzusagen liegen Apo AM zufolge bereits vor. Auf Sicht von einem Jahr zielt die Gesellschaft ein Volumen von rund 50 Millionen Euro an.

Der Publikumsfonds steht grundsätzlich allen Anlegern offen. Angeboten wird er zunächst vor allem über die Deutsche Apotheker- und Ärztebank. Das Portfolio ist ab 1.Juni mit der Fondsauflage sparplanfähig. 

Zwei Anteilsklassen
Kapitalverwaltungsgesellschaft des Apo Digital Health ist HSBC Inka. Die Verwaltungsvergütung der Retail-Anteilsklasse (DE000A2AQYW4) beträgt 1,47 Prozent, die laufenden Kosten werden auf 1,60 Prozent geschätzt. Der Ausgabeaufschlag liegt bei maximal fünf Prozent.

Für institutionelle Anleger wurde eine eigene Anteilsklasse (DE000A2AQYV6) aufgelegt. Die Mindestanlagesumme dieser Tranche beträgt 500.000 Euro, die Verwaltungsvergütung 0,775 Prozent, die laufenden Kosten voraussichtlich 0,90 Prozent. Der Fonds ist in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. Eine Vertriebszulassung für Österreich ist beantragt. (bm)