Berenberg sieht eine steigende Bedeutung bei nachhaltigen Investments. Vor allem sei das Angebot für Anleger, die gemäß nachhaltiger Kriterien in Anleihen aus Schwellenländern investieren möchten, besonders gering. Deutschlands älteste Privatbank bietet Privatanlegern deshalb mit dem Berenberg Sustainable EM Bonds nun einen passenden Zugang zu dieser Anlageklasse. Der von Frederic Waterstraat gemanagte Fonds wurde bereits Ende Januar aufgelegt und steht nun auch Privatanlegern (ISIN: LU01725429309) offen.

Mit dem "Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen", den die EU-Kommission ausgearbeitet hat, wird das Thema Nachhaltigkeit jedenfalls auch für Fondshäuser immer wichtiger. Der Plan sieht zwar viele durchaus gute Änderungen vor, etwa ein einheitliches Klassifikationssystem. Allerdings sind ebenso verpflichtende Nachhaltigkeitskriterien im Gespräch, was wohl weit über das Ziel hinausschießen würde (Lesen Sie dazu auch den Kommentar von FONDS professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch).

Schwellenländer-Bonds reif für Nachhaltigkeitskriterien
Mit dem neuen Produkt sieht sich das Haus jedenfalls gut aufgestellt. Die laufende Rendite von Emerging-Markets-Investments seien gegenüber der Rendite von entwickelten Märkten üblicherweise deutlich höher, wird Waterstraat in einer Pressemitteilung zitiert. Ebenso würden fundamentale Stärke, Liquidität und Markttiefe in den Schwellenländern beständig zunehmen. "Dieses Segment ist mittlerweile so weit gereift, dass zu jeder Zeit eine breite Streuung gewährleistet ist und es auch möglich ist, Nachhaltigkeitskriterien anzulegen", so der Fondsmanager.

40 Grenzwerte und Ausschlusskriterien definiert
Ziel des Fonds ist, das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko gegenüber traditionellen Schwellenländer-Anleihen-Fonds nachhaltig zu verbessern. Das Fondsmanagement hat für die Anlageauswahl rund 40 Grenzwerte und Ausschlusskriterien definiert. Demnach wird etwa in Anleihen autoritär geführter Länder, die internationale Menschenrechts- und Umweltvereinbarungen nicht anerkennen oder als besonders kriegstreibend eingestuft werden, nicht investiert. Ebenso schließt das Fondsmanagement Anleihen von Unternehmen aus, die sich einer verantwortungsvollen Unternehmensführung entziehen oder in umstrittenen Geschäftsfeldern wie zum Beispiel der Produktion von Landminen  aktiv sind.

Im Anschluss an das Ausschlussverfahren werden die Anleihen aus dem Anlageuniversum nach einem Best-in-Class-Ansatz bewertet, wobei das Management neben Bonitäts- auch dezidierte Nachhaltigkeitsratings berücksichtigt und damit Staaten und Unternehmen nach ökologischen, ethischen und sozialen Gesichtspunkten einstuft. Hinzu kommt eine eingehende Analyse der Fundamentaldaten. Geeignete Staats- und Unternehmensanleihen fließen anschließend in den quantitativen Berenberg-Emerging-Markets-Bonds-Selection-Prozess, den Berenberg bereits seit Oktober 2010 als Publikumsfondslösung anbietet. In diesem Prozess kommen neben einer systematischen Portfolioausrichtung auf Basis einer Marktumfeldanalyse auch die bewährte quantitative Einzeltitelselektion sowie ein konsequentes Risikomanagement zum Tragen. (cf)