Credit Suisse und Carmignac Gestion kooperieren bei einem konservativ ausgerichteten Multi-Asset-Schwellenländerfonds. Über diese im Asset Management ungewöhnliche Partnerschaft für ein Portfolio berichten übereinstimmend mehrere Medien, darunter die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). 

Denn das Management des Credit Suisse Wealth Funds 1 - Carmignac EM Multi-Asset Fonds teilen sich die beiden Gesellschaften, wobei Credit Suisse der NZZ zufolge darauf verzichtet, die Einzeltitel für den Fonds auszuwählen. Diesen Part übernimmt die französische Fondsboutique, während das Schweizer Fondshaus mit einem Team um Chefanlagestratege Michael Strobaek die grundlegende Strategie des Portfolios bestimmt. Der Grund für die Entscheidung der Credit Suisse ist wohl die erwiesene Expertise von Carmignac im Bereich Schwellenländer. 

Reputationsrisiko für Carmignac Gestion
Beide Seiten begründen die Auflage des neuen Produktes (LU1720511549), das für private wie professionelle Anleger gedacht ist, mit den Chancen in den Schwellenländern. Diese seien wieder im Kommen "nicht zuletzt, weil bei steigenden Zinsen in den Industrieländern im Allgemeinen auch die Rohstoffpreise anziehen und es vielen Schwellenländern in der Folge wirtschaftlich gutgeht", so die Zeitung.

Die NZZ weist aber auf einen Punkt hin, der latent Konfliktpotenzial birgt: Die Aufteilung der Fondsgebühren. Dazu wollten beiden Seiten auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Portfolios nichts Genaues sagen, so die Zeitung.

Zudem gebe es einen weiteren Knackpunkt: Das Risiko, das Carmignac auf sich nimmt. Denn im Falle einer falschen Anlagestrategie der Credit Suisse können auch die beste Titelselektion von Carmignac diese Scharte nicht auswetzen. Die Fondsboutique laufe daher Gefahr, dass ihr guter Name auf einem Produkt stehe, das Anleger nicht überzeugt. (jb)