Der Frankfurter Vermögensverwalter Euroswitch löst zum 29. Mai 2017 den rentenlastigen Dachfonds Euroswitch Defensive Concepts OP auf. Das Vermögen von rund 15 Millionen Euro wird am selben Tag auf einen neuen Fonds übertragen, den Euroswitch Absolute Return (künftige ISIN: LU1549407234). Das geht aus einer Bekanntmachung der Luxemburger Verwaltungsgesellschaft Oppenheim Asset Management Services hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegt.

Euroswitch begründet den Schritt mit dem Auslaufen der jahrzehntelangen Rally am Rentenmarkt. Die Anleihemärkte stünden vor einem "fundamentalen Umbruch". "Auf den Punkt gebracht, sind in der neuen Zeit Anlagen in Anleihen prinzipiell risikoreicher als früher", heißt es in einer Mitteilung des Vermögensverwalters. "War ein Fonds mit defensiver Anlagecharakteristik früher durch einen hohen Anleiheanteil definiert, muss der Fondsmanager die ihm anvertrauten Kundengelder heutzutage anders anlegen, um weiterhin dem Anlagebedürfnis defensiv orientierter Anleger entsprechen zu können."

"Liquid Alternatives"-Dachfonds
Die Aktienquote des Euroswitch Defensive Concepts darf bei maximal 25 Prozent liegen. Mindestens 75 Prozent müssen in europäische Renten oder entsprechende Zielfonds investiert sein. Der Euroswitch Absolute Return dagegen genießt viel größere Freiheiten. Starre Vorgaben für bestimmte Anlageklassen gibt es nicht.

Schwerpunktmäßig wird er in sogenannte "Liquid Alternatives"-Fonds investieren, also Hedgefonds-ähnliche Konzepte, die beispielsweise auch in Abwärtsphasen des Aktienmarkts positive Erträge erwirtschaften können. "Ziel der Anlagepolitik ist es, auf Sicht eines rollierenden Zwölf-Monats-Zeitraums eine positive Rendite unabhängig von der Kapitalmarktsituation zu erwirtschaften", heißt es in der Oppenheim-Bekanntmachung.

Warum wurden nicht einfach die Anlagebedingungen geändert?
"Wir setzen die Strategie im Rahmen eines Managed-Accounts bereits seit Januar 2015 ein", sagt Euroswitch-Geschäftsführer Michael Klimek im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Die Ergebnisse stimmen uns sehr zuversichtlich. Dieses Portfolio hat sich deutlich besser entwickelt als die meisten anderen vergleichbaren Produkte."

Bleibt die Frage, warum Euroswitch gleich einen neuen Fonds lanciert, statt einfach die Anlagebedingungen des alten zu ändern. "Es handelt sich um eine grundlegend neue Investmentphilosophie", sagt Klimek. "Darum war es uns wichtig, im Sinne der Produktklarheit und -wahrheit einen echten Neuanfang zu machen."

Schlechte historische Performance wird abgeschnitten
Dass die historische Performance abgeschnitten wird, hat einen weiteren Vorteil: Die zuletzt eher enttäuschende Entwicklung des Euroswitch Defensive Concepts hätte den Vertrieb des neuen Produktes mutmaßlich nicht gerade erleichtert. Der Fonds hinkt seiner Morningstar-Vergleichsgruppe defensiver Euro-Mischfonds über alle relevante Zeiträume hinterher. Im vergangenen Jahr stand unter dem Strich ein Minus von 2,8 Prozent – nur drei Prozent der Wettbewerber schlossen noch schlechter ab.

Klimek verweist andererseits darauf, dass die fehlende Historie im Vertrieb auch Nachteile hat. "In den ersten zwölf Monaten dürfen wir überhaupt keinen Chart zeigen. Wir beginnen buchstäblich bei Null, was die Vermarktung zu Beginn durchaus erschwert." (bm)